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HAZ Leine Nachrichten 14.05.2012 Auszug aus dem Programm macht Lust auf mehrPhonolyrics spielen im bauhof 20 Minuten vor Mini-PublikumVON MICHAEL KROWAS Hemmingen-Westerfeld. Kultur ist, wenn man die Veranstaltung trotzdem macht. Wohl wegen der zeitgleichen Alternativen des DFB-Pokal-Finales einerseits und der in Hannover stattfindenden „langen Nacht der Theater“ andererseits kamen am Sonnabend nur drei Gäste und einige Freunde der Künstler zum Auftritt von phonolyrics. Dann aber passierte das Spannende: Nicht die Künstler auf der Bühne, sondern das Team vom bauhof improvisierte. Man hätte den Auftritt absagen können, kaum jemand wäre böse gewesen. Aber Klaus Grupe beschloss, das Konzert stattfinden zu lassen. Der Saal im bauhof wurde kurzerhand umgestaltet: Stuhlreihen wichen Tischen mit Kerzen, eine angenehme Bar-Atmosphäre entstand. Grupe bat die Künstler um einen Programmauszug von 20 Minuten. Und in der Tat machte das Exzerpt Lust auf mehr. Das Ensemble, bestehend aus den Schauspielern Christiane Ostermayer und Günter Schaupp sowie den Musikern York und Martin Gontarski, bot ein Zusammenspiel von Klang, Wort und Bild: jazzig-urbane Grooves von York und Gontarski untermalten gelesene Texte, etwa von Brecht, Bukowski und Frisch; im Hintergrund liefen Großstadtbilder, schnell, hektisch, teilweise verstörend. Im bauhof wird bald mehr zu hören sein.
HAZ Leine Nachrichten 07.05.2012 BrasilOrgan unterhält mit brasilianischen KlängenMusiker Lutz Krajenski lässt seine Jazzorgel im bauhof erklingenVon Michael Krowas Hemmingen-Westerfeld. Lutz Krajenski ist wieder einmal im Kulturzentrum bauhof zu Gast gewesen. Am Freitag erfüllte er sich „einen musikalischen Traum“: Gemeinsam mit Yorio Da Costa, Philipp Pumplün und Christian Schönefeld trat er unter dem Namen BrasilOrgan auf. Samba, Bossa Nova und portugiesische Chansons verwoben sich zu jazzig-melancholischen Rhythmen. Bekannt ist Krajenski unter anderem als kongenialer Pianist und Arrangeur für Roger Cicero. Diesmal spielte er allerdings die Hammondorgel. „Ich liebe lateinamerikanische Musik, und wir wollten mal ausprobieren, ob das auch mit der Jazzorgel funktioniert.“ Ja, das tut es. Geradezu zärtlich setzt Krajenski sie ein. Er lässt Töne anschwellen und sofort wieder verklingen, er bringt sein Instrument zum Seufzen oder zum Frohlocken. Wunderbar harmonisch untermalt der Retro-Sound der 60 Jahre alten Orgel die leisen Kompositionen von Da Costa, dem aus Rio stammenden Sänger und Gitarristen. Mit warmer, weicher Stimme singt, haucht, flüstert Da Costa seine Lieder. Er streichelt die Nylonsaiten der Gitarre, entlockt ihr zarte, kurze Akkorde, immer etwas schräg, immer auch etwas überraschend. Drummer Schönefeld nimmt sich im Hintergrund zurück, gibt den Rhythmus oft nur mit Besen oder Klöppeln vor, Percussionist Pumplün sorgt mit erstaunlicher Tonvielfalt an verschiedenen Instrumenten für das Fundament. Die Mimik der vier Musiker auf der Bühne spricht Bände: Mit geschlossenen Augen, selbstvergessen lächelnd, verschmelzen sie förmlich mit den Klängen. Die Wärme Brasiliens war am Freitagabend im bauhof zu spüren. Die Gäste, wenige an der Zahl, begeisterte der harmonische Auftritt sehr. „Obrigado“, vielen Dank für dieses feine, leise Konzert.
HAZ Leine Nachrichten 23.04.2012 Die ABC-Diät und ein warmer FarmerDer Kölner Stand-up-Comedian Sascha Korf entfacht bei seinem Auftritt im bauhof BegeisterungsstürmeVON MICHAEL KROWAS Hemmingen-Westerfeld. „Darf ich Euch Euchzen?“, fragt Sascha Korf am Freitagabend. Er habe sich „die ganze Woche auf Hemmingen gefreut“, und sein Programm sei ganz auf den bauhof zugeschnitten. Ja, er darf, der Kölner Stand-up-Comedian, und das tut er im Folgenden ausgiebig. Den Stefan, den Volker, die Irmgard und seinen erst neunjährigen Fan Niklas: Korf bindet sein Publikum souverän in die Show ein, besonders davon lebt der Abend. Er kommt zur Musik von der Band After The Fire auf die Bühne. Er ist Schreihals und Quasselstrippe, wirkt wie Micky Maus auf Speed. Die Zuhörer lieben ihn – vom ersten Moment an. Nach kurzen Ausflügen in die Politik („Unsere Regierung sieht aus, als sei sie von UNICEF zusammengestellt.“), erzählt er von einer Kreuzfahrt auf der Aida, auf der er als Unterhalter gebucht war. „Unglaublich, was die Leute alles essen können. 19 Gänge am Tag ist gar nichts“. Die vollen Teller erinnerten ihn immer an den Turmbau zu Babel. Dann zieht er übers Fernsehen her, dem „Quell suizidaler Depression.“ Das Schlimme am Dschungelcamp sei ja, „dass man die Leute wieder da rausholt“. Er habe bei der Sendung „Das perfekte Promi-Dinner“ sogar mal jemanden erkannt: „Eine Kartoffel namens Linda.“ Und bei „Bauer sucht Frau“ hätten es ihm die homosexuellen Kandidaten am meisten angetan. Er macht sie nach, die „warmen Farmer“. Erfreulicherweise bleibt Korf bei allem Brachialhumor immer oberhalb der Gürtellinie. Er schildert seine Probleme mit dem Abnehmen, etwa bei der ABC-Diät, bei der man am ersten Tag alles mit dem Anfangsbuchstaben „A“ essen dürfe, am zweiten Tag mit „B“ und fragt: „Haben Sie im Supermarkt schon mal drei Znitzel oder vier Zoteletts bestellt?“ Am besten ist er im Gespräch mit dem Publikum: Wie es der Zufall will, sitzen einige Ärzte im Saal, und Korf ist plötzlich „umzingelt von Unmengen an Urologen“ – Wortwitz pur. Zwei Gäste hat er auch mitgebracht, die türkische Nachwuchskomikerin Meltem Kaptan, die „Ti Amo“ sehr lustig in „Sonnenstich“ umtextet. Und David Anschütz, dessen Halbbruder Moslem sei, „bis auf Montag, da ist Schnitzel-tag“. Anschütz hat in Hemmingen erst seinen vierten Auftritt und mit Sicherheit das Zeug dazu, in der ersten Liga der Comedians mitzumischen, was Korf bereits tut. Selten hat man den bauhof so ausgelassen erlebt – so soll Stand-up-Comedy sein.
HAZ Leine Nachrichten 16.04.2012 Samtweiche Stimme, swingende SoliSolid Jazz überzeugt im bauhofVon Michael Krowas Hemmingen. New York, der Broadway – eine verrauchte, verruchte Bar, im Hintergrund perlt ein Klavier. Gleich um die Ecke liegt Rio, die Copa Cabana, glühende Körper tanzen Samba. Das alles kann man auch in Hemmingen erleben, zumindest im bauhof, wo Ulita Knaus am Freitag ihre Jazz-Perlen verstreut hat. Solid Jazz, das Trio um Saxofonist Alexander Hartmann, hat die Hamburger Sängerin als Gast eingeladen. Die vier Musiker überzeugen das Publikum sofort: Interessante harmonische Auflösungen, inspiriert-introvertierte Soli, weniger ist mehr. Dabei kommt keiner der vier zu kurz, es geht geradezu demokratisch zu auf der Bühne im bauhof: Knaus singt einen Vers, Hartmann spielt ein Sax-Solo, gefolgt von Oliver Karstens mit einem metronom-genauen Kontrabass-Solo, Singlenotes von Elmar Braß am Flügel, gesungener Vers, Lied-Ende. Das Schöne an Jazzkonzerten sei, „dass man nie weiß, was im nächsten Moment passiert“, sagt Ulita Knaus. Und in der Tat, sie macht es ein ums andere Mal spannend: Eben noch klingt sie wie eine gemäßigte Ausgabe von Ella Fitzgerald, wenn sie Scat-Passagen mehr flüstert als singt, dann wieder haucht sie „There will never be another you“. Gleich danach schwingt sie sich auf in brasilianische Gefilde, kurz: Der Gesang der blonden Künstlerin wird an diesem Abend nie langweilig. Schöne Momente, wenn sie bei „Four Brothers“ von Woody Herman die Terzen millimetergenau auf die Saxofonphrasen von Hartmann legt. Die Zuhörer gehen mit, Fingerschnipsen, Händeklatschen, Kopfnicken. Die Sängerin erinnert an Silje Nergaard, Diana Krall, Astrud Gilberto – Knaus ist mit ihrem stimmlichen Repertoire bei den ganz Großen zu Hause. „Danke, dass sie so aufmerksam und konzentriert zuhören. Das haben wir selten. Kann man sie buchen?“, fragt sie das Publikum. Das wohl nicht – aber andersherum gern jederzeit wieder.
HAZ Leine Nachrichten 05.03.2012 Den Pianisten im Dunkeln sieht man nichtJazz aus der Vergangenheit: Die Hamburger Bop Cats spielen BebopVon Michael Krowas Hemmigen-Westerfeld. Angenehm altmodisch kamen sie daher, die Bob Cats, was übersetzt etwa soviel wie „Die Jazzkumpel“ bedeutet. Vier Vollblutmusiker, mit Kontrabass, Schlagzeug, Klavier und Saxofon auf die wesentlichen Bestandteile des Jazz reduziert. Sie spielten Bebop in seiner ursprünglichen Form. Ein musikalisches Thema wurde vorgestellt, und jeder der Vier improvisierte dazu sein Solo. Das hatte manches Mal eine geradezu hypnotische Wirkung, verlor dabei aber nie das Spielerische. Der Pianist Klaus Berger gründete die Band vor 40 Jahren, und in der jetzigen Besetzung spielen sie seit rund 25 Jahren zusammen. Weder ihnen noch dem Publikum im bauhof, das hätte zahlreicher erscheinen können, schien das langweilig zu werden. Saxofonistin Carin Hammerbacher war gleichzeitig die Conférencière. Sie stand in der Mitte und erzählte Geschichten über Jazz; wenn sie von den nicht ganz geklärten sexuellen Präferenzen von Cole Porter berichtete, hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Die Bop Cats spielten mit „Take the A-Train“ Bekanntes in bekannter Form, sie präsentierten Altes im neuen Gewand. „Somewhere Over the Rainbow“ stammt immerhin aus dem Jahre 1939. Und sie beließen es bei Stevie Wonders „Isn?t She Lovely“ als Zugeständnis an den Mainstream-Jazz – wobei ausgerechnet dieser Ohrwurm etwas farblos blieb. Ein Titel von Sonny Rollins, „Everywhere Is Calypso“, wurde von Hammerbacher uminterpretiert und angesagt als „Der Hemminger Calypso“. Leif Oestergaard streichelte sein Schlagzeug mit den Besen und entfesselte andererseits ab und zu echte Trommelgewitter. Manfred Jestel am Bass war besonders im Zusammenspiel mit Carin Hammerbacher taktgenau wie ein Uhrwerk. Das alles machte gute Laune, ebenso die Bebop-typischen Singlenotes, die Klaus Berger dem bauhof-Flügel entlockte. Einziger Wermutstropfen des Abends: Die Bühne war mehr als schlecht ausgeleuchtet, sodass man Bergers Fingerfertigkeit nur erahnen konnte. Ein grundsolides, handwerklich perfektes Bopkonzert im bauhof, das genauso auch vor 70 Jahren hätte stattfinden können. Sicher nicht jedermanns Sache, aber die allesamt reiferen fachkundigen Besucher feierten „ihre Jazzkumpel“ aus Hamburg.
HAZ Leine Nachrichten 27.02.2012 Und Florian hält den MondFerrari Küsschen tritt im bauhof aufVon Michael Krowas Hemmigen-Westerfeld. „Hallo Hemminger – hallo Louisiana“, krächzt Tina Turner mit ihrer unverwechselbar heiser-röhrigen Stimme. Sie muss auf die Bühne gehievt werden, vergisst ihren Krückstock und schläft ab und zu beim Singen ein. Dann aber stimmt Sylvia Reck, so heißt die Dame nämlich im richtigen Leben, „Proud Mary“ von CCR an, eine Rock-Hymne der sechziger Jahre; der Rest von Ferrari Küsschen imitiert Bass, Gitarre und Schlagzeug, und das Publikum geht mit. Zeitgenössische A-cappella-Gruppen gibt es inzwischen wie Sand am Meer und sie alle haben das ein- oder andere Alleinstellungsmerkmal. Bei Ferrari Küsschen sind es die bizarren Kostüme und die kleinen musikalischen Feinheiten, die ihnen ihr unverwechselbares Image geben. Die Zuhörer mussten am Freitagabend schon sehr genau hinhören, wenn der Chor in perfektem Arrangement im Hintergrund manchmal völlig andere Texte sang als der jeweilige Hauptsänger. Sie gingen erfrischend respektlos mit den Originalen um, die fünf Küsschen, und sie zitierten sie auch gekonnt. Bei „Singing in the Rain“ meinte man, Manhattan Transfer hätten sich auf die Bühne des bauhof verirrt. Zwischendurch klingelten die Glöckchen: Das wohlbekannte Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert gab es gleich fünfmal: als russisches Volkslied, in Westernhagen-Art und als Janis-Joplin-Parodie. Die Zuhörer wurden ins Programm eingebunden, wie Florian, der einen Mond aus Stoff in die Hand gedrückt bekam, weil Sängerin Heide Manns behauptete, den Mond zu tragen sei Männerarbeit. Florian spielte mit, der Mond ging auf, ging wieder unter. Dazu gaben Ferrari Küsschen „Blue Moon“ zum besten. Volker Bublitz sang „Kiss“ von Prince in der piepsigen Kleinmädchen-Version aus „Pretty Woman“. Bublitz klang wie Julia Roberts und schaffte es – im Gegensatz zu seinem Publikum – den Song ohne zu Lachen zu Ende zu bringen. Im bauhof belohnte man den Auftritt mit langanhaltendem Applaus und bekam als Zugabe „Die Tänzerin“ von Ulla Meinecke.
HAZ Leine Nachrichten 20.02.2012 Noch einmal mit ganz viel GefühlJuliano Rossi und Achim Kück begeistern zum zweiten Mal das Publikum im bauhofVon Michael Krowas Hemmingen-Westerfeld. „I'm a Singer in a Rock-'n'-Roll-Band“ bekennt Oliver Perau in einem seiner Texte. Er ist Frontmann von Terry Hoax und hat mit dieser Rockband gerade ein vielbeachtetes Album herausgebracht: „Serious“. Seit 1996 durchläuft Perau aber regelmäßig eine Metamorphose. Er verwandelt sich in den Jazzsänger und Entertainer Juliano Rossi. Der könnte auch einfach zwei Stunden lang Geschichten erzählen. Das macht er nämlich richtig gut, wie er am Freitagabend im bauhof bei seinem Zusatzkonzert vom Zusatzkonzert unter Beweis stellte. Rossi erzählt beispielsweise, dass er als Knirps dachte, seine Eltern seien die Einzigen, die Burt-Bacharach-Schallplatten haben, weil seine Kinderkumpels den Komponisten einfach nicht kannten. Aber als Sänger ist er noch besser. Vom ersten Ton an nimmt er das Publikum mit. Er swingt, rockt, grölt, seufzt und schmachtet sich durch ein Programm von Jazzstandards, unerwarteten Pophymnen und Eigenkompositionen. Er zitiert Dean Martin, Frank Sinatra und Elvis, parodiert Joe Cocker, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer. Über allem steht seine klare, immer auch etwas kehlige Stimme, mit der er fast nach Belieben spielt. Gemeinsam mit dem einfühlsamen Pianisten Achim Kück bringt Rossi mit dieser Mixtur den bauhof zum Brodeln. Die Zuhörer sind zum größten Teil textsicherer als er und werden zu hingebungsvollen Sängern, ohne dass sie groß dazu animiert werden müssen. Rossi singt „Ride Like the Wind“, „Volare“, „Leaving On a Jetplane“ und „You've Lost That Loving Feeling“. Zwischendurch erzählt er von sich. Die Leute genießen ihn. Und man sieht dem Entertainer an, dass er genießt, dass sie ihn genießen. Er ist ein Selbstdarsteller, der sich selbst nicht so ernst nimmt. Ein ums andere Mal stellt er seinen langjährigen Bühnenpartner Achim Kück in den Vordergrund. Der hat reichlich Gelegenheit, seine Soloperlen zu verstreuen. Beide erzeugen große Momente der Ergriffenheit, etwa wenn Rossi von seinem wiederkehrenden Traum erzählt, in dem er Sammy Davis Jr. trifft und der nur den einen Satz zu ihm sagt: „You Did It Well, Guy. Very Well“. Was bliebe nach dem Abend im bauhof übrig, als sich dem anzuschließen.
HAZ Leine Nachrichten 13.02.2012 Sarkastische Texte in fast intimer StimmungDer Kabarettist und Musiker Matthias Brodowy gastiert im bauhofVon Michael Krowas Hemmingen-Westerfeld. Er wirkt ein bisschen wie ein großer Schuljunge: Ganz in Schwarz, mit korrektem Scheitel und verlegenem Lächeln betritt Matthias Brodowy die Bühne des ausverkauften Hemminger bauhofs. Er setzt sich hinter das mit rotem Samt verkleidete Keyboard und beginnt zu spielen – erst allein, dann zitiert er gesanglich seine beiden Mitstreiter Carsten Hormes und Wolfgang Stute auf die Bühne. Die greifen zu ihren Instrumenten, und schnell entsteht eine fast zärtliche, intime Stimmung. Zum mittlerweile sechsten Mal ist Brodowy Gast in Hemmingen; zum ersten Mal mit musikalischer Verstärkung. „In Begleitung“ lautet auch der Titel seines neuen Programms. Darin zeigt Brodowy andere Seiten – und Saiten. Es sind kleine, schlaue Lieder, die er da singt. Seine Texte sind sehr genau, kein unpassender Reim, keine Zeile zu lang, kein Ton zu viel. Stute und Hormes unterstützen ihn unaufdringlich mit Gitarre, Cajon und Bass. Als Stute einmal von mehreren bereitstehenden Gitarren die falsche erwischt, blitzt Brodowys Improvisationstalent auf: „Das ist der Wolfgang. Wolfgang hat das falsche Instrument, aber das stört ihn nicht“, witzelt er in bester Sendung-mit-der-Maus-Manier. Für so etwas lieben sie ihren Brodowy in Hemmingen. Und dafür, dass der genaue Beobachter zwischen seinen Liedern sarkastische Texte abfeuert: „Vergleichen Sie einmal Angela Merkels Sprache mit der von Duffy Duck. Sie werden sie nie wieder ernst nehmen können.“ Er lästert über die Piratenpartei, über Facebook und über Wutbürger, Sahra Wagenknecht, Oskar Lafontaine und Guido Westerwelle und träumt „von einem pünktlichen, halbvollen, klimatisierten ICE“. Zum Schluss spielt er „Stadt mit Keks“, eine Hommage an Hannover, wie sie schöner nicht sein könnte – das perfekte Ende für einen harmonischen Abend.
HAZ Leine Nachrichten 31.01.2012 Kein Zweifel: Sprache macht glücklichBauhof-Besucher erleben beim Wowo-Denk-Fest ein künstlerisches Potpourri erster KlasseVon Alexandra Jaeger Hemmingen-Westerfeld. Man nehme die Virtuosität eines klassischen Kammerensembles, den Wahnsinn, die Tiefe und die bitterböse Wortgewandtheit des hannoverschen Philosophen und Sprachmeisters Friedhelm Kändler, kombiniere diese mit der tief-erotischen Stimme von Alix Dudel, gebe mit Volker Thies und Uli Schmid noch zwei der bekanntesten Musiker der großen Kleinkunstszene hinzu und würze das ganze mit jeder Menge Ironie, Leidenschaft, Feuer, Rambazamba, Augenzwinkern und Skurrilität. Das Ergebnis: ein sprachgewaltiges Wowo-Denk-Fest, an dem fast so viele Künstler wie Zuschauer mitgewirkt haben dürften – und das dem begeisterten bauhof-Publikum wieder einmal zeigte, wie dicht Genie und Wahnsinn manchmal beieinander liegen. Ob leichter Jazz, kunstvoller Kammerpop, aufgepeppter Schlager, atemberaubende (Wort-)Akrobatik oder Zauberei: Wer hier nichts fand, was sein Herz berührt – ach, dieser Satz muss nicht vollendet werden, denn er dürfte für niemanden, der diesen Hochgenuss großartiger Kleinkunst genossen hat, Sinn ergeben. Und so ließen sich die Akteure zu Recht feiern für ihr messerscharfes, überraschendes und mutiges Zusammenspiel. Kaum einen Zuschauer hielt es nach Ende dieses außergewöhnlichen Dicht-, Theater-, Konzert- und Kabarettabends auf seinem Platz. Kein Zweifel: Sprache macht glücklich. Vor allem, wenn sie nicht nackt auf die Bühne tritt, sondern ihr packende Melodien anhaften wie Paradiesvogelfedern – oder wenn sie sich ins Ach und Krach quergebürsteter Tonfolgen wickeln kann. Was für ein Abend. Mehr davon.
HAZ Leine Nachrichten 16.01.2012 Jazzband spielt vor vollem HausHemmingen. Eigentlich bräuchten sie einen größeren Raum, sagt Ingeburg Walthers, stellvertretende Vorsitzende des Kulturzentrum bauhof. Der alljährliche Neujahrs-jazz mit der Old-Virginny-Jazzband war mit rund 100 Gästen ausverkauft. „Wir hätten sogar noch mehr Karten verkaufen können“, sagt Walthers. Die Band um den Arnumer Ulli Petersen scheint bei den Besuchern sehr gut anzukommen, worüber sich der Musiker ganz besonders freut: „Die Band gibt es in dieser Besetzung seit 25 Jahren, und wir freuen uns immer, hier vor einem vollen Raum zu spielen“, sagt Petersen. Einzige Neuerung bei dem Auftritt: Das frühere Mitglied Manfred Kaufmann ist nach langjähriger Pause wieder mit dabei. Ihren Musikstil beschreibt Petersen als Dixieland-Jazz und verortet ihn irgendwo zwischen Chris Barber und der Dutch Swing College Band.mim
HAZ Leine Nachrichten 05.12.2011 Zum Weinen komischEmscherblut beim Blind Date im bauhofvon Hannah Synycia Hemmingen-Westerfeld. Theater kann ja so unterhaltsam sein. Dafür braucht es weder im Voraus festgelegte Rollen oder schriftlich fixierte Texte, noch bedarf es aufwendiger Bühnenbilder oder visionärer Regisseure. Für einen durchweg gelungenen Theaterabend genügen: ein blitzschneller Geist, sprühende Fantasie, jede Menge Improvisationstalent und ein aufmerksames Publikum – wie das Dortmunder Improvisationstheater Emscherblut am Sonnabend im ausverkauften bauhof eindrucksvoll bewies. „Wir wissen, dass wir spielen, aber wir wissen nicht, was wir spielen“, begrüßte das Quartett die Zuschauer. Eine ernst gemeinte Ansage: Zwei Stunden lang entwickelten die Schauspieler Bernd Witte, Silke Eumann und Holger Voss auf Stichwörter aus dem Publikum hin kurzweilige Szenen, in denen mal zwei, mal alle drei Schauspieler beteiligt waren. Der Musiker Stefan Nussbaum kreierte dazu aus dem Stegreif die passende Hintergrundmusik an der Gitarre, was den spontan erdachten Szenen einen individuellen Charakter verlieh. Ob nun auf Publikumsvorschlag hin einem Vertretungslehrer namens Herr Pythagoras vor einer Klasse mit zwei Schülern der Angstschweiß hinunterlief, ein Ehepaar in Fantasiesprache über einen Gartenzwerg stritt oder ein Mann, eine Frau und ein Hund in der Sauna beim Weinaufguss Freundschaft schlossen – selten wurden auf der bauhof-Bühne in so kurzer Zeit so viele hochkomische Szenen dargeboten. Der gesamte Abend war voll meisterhaft improvisierter Dialoge, die manch einen Zuschauer vor Lachen weinen ließen.
HAZ Leine Nachrichten 28.11.2011 Tornado in der ersten ReiheComedy-Duo zu Gast im bauhofVon Torsten Lippelt Hemmingen. Im September waren sie noch auf der Aida zwischen Hamburg und New York unterwegs, danach im ganzen Land – und am Freitag waren Wiebke Eymess und Friedolin Müller im bauhof zu Gast. Das Duo, real wie auf der Bühne ein Liebespaar, hat sich den skurrilen Künstlernamen „Das Geld liegt auf der Fensterbank Marie“, kurz DGladFM, gegeben. In Hemmingen hatte Eymess ein Heimspiel, denn sie stammt aus der Gegend. Im Programm „MitternachtSpaghetti“ zeigte das sich auf der Bühne wortspielreich und liebevoll streitende Pärchen die Bandbreite seines Könnens: von stimmungsvoll-romantischen Liebesliedern über einen theatralisch-übertriebenen Rap-Vortrag bis hin zu kleinen philosophischen Ergüssen. Dabei dreht sich alles mehr oder weniger um Liebe: Zueinander oder zu anderen, zum Essen oder zu Tieren. Sie überzeugte mit einem gehörigen Schuss gespielter Naivität, Trotzköpfigkeit, aber auch kindlicher Begeisterung, er mit ironischer Besserwisserei. Den „sympathischen Klugscheißer“, nennt sich Müller auf der Homepage. Mit Beziehungsproblemen, unterschiedlichen Weltanschauungen, mit Schabernack und zum Teil schwarzem Humor wussten die beiden das Publikum zu begeistern – und einzubeziehen. Nie wurde lebhafter dargestellt, wie im temperamentvollen Wechselspiel zwischen dem kühlen Gast „Hermann“ aus der ersten Reihe und der feuchtwarmen „Wiebke-Consuela“ auf der Bühne in Minutenschnelle ein Tornado entstehen kann, der unter schallendem Gelächter durch den bauhof wirbelte.
HAZ Leine Nachrichten 21.11.2011 Mit weicher Stimme direkt ins HerzBergitta Victor und Silvio Schneider bereiten ihren Gästen einen facettenreichen Abend im Kulturzentrum bauhofVon Sigrid Krings Hemmingen. Eine Weltbürgerin mit fantastischer Stimme hatte Klaus Grupe, Vorsitzender des Trägervereins, den rund 40 Gästen im Kulturzentrum bauhof am Freitagabend angekündigt. Übertrieben hatte er damit wahrlich nicht: Die Sängerin Bergitta Victor sang sich mit ihrer samtweichen, dunklen Stimme von der ersten Minute an in die Herzen ihrer Zuhörer. Einfühlsam und virtuos begleitet wurde sie von Silvio Schneider auf einer elektrisch verstärkten Akustikgitarre.
HAZ Leine Nachrichten 14.11.2011 Drummer wird zum StepptänzerHenning-Pertiet-Trio spielt im bauhofVon Karina Hoppe Hemmingen-Westerfeld. Die Aussicht auf Boogie-Woogie und Blues hat am Freitagabend einen erlesenen Kreis in das Kulturzentrum bauhof gelockt. Jene, die wissen, dass diese Stilrichtungen das Fundament aller heute populären Musik bilden, die Basis auch des Jazz und Rock ?n? Roll. Das Henning-Pertiet-Trio machte Halt in Hemmingen-Westerfeld. Und so urig die Musik, so urig kamen auch die Musiker daher: Henning Pertiet am Flügel mit seiner selbstbewussten Langhaarfrisur sowie Schlagzeuger Ralf Jackowski und Bassist Moritz Zopf, die aus der Musik mit Mimik und Gestik ein kleines Schauspiel machten. Drei Herren saßen und standen auf der Bühne, die ihre Musik leben und noch idealtypischer ausleben würden, gäbe es da nicht dieses Rauchverbot. „Es fehlt der Qualm“, sagte Pertiet. „Darf man eigentlich zu Hause noch rauchen?“ So witzelte der Kopf des Trios ins Publikum, beim nächsten Mal müsste man vielleicht Helmut Schmidt einladen. Magier und Psychologen seien die Musiker, so bedeuteten sie dem Publikum, dass sie sich das Drumherum einfach dazu denken sollen. Einige Gäste schlossen die Augen, viele nickten stilecht mit dem Kopf zur Musik. Und die Musiker selbst waren ohnehin immer in Bewegung. Hat schon einmal jemand einen Mann am Flügel gesehen, der den Takt mit dem Fuß nicht nur mitwippt, sondern quasi mitturnt? Pertiet beherrscht dies par excellence, während Schlagzeuger Jackowski mit seiner Stepp-Show beeindruckte. Nicht, dass er selbst tanzte, vielmehr imitierte er mit seinen Schlagzeugstöcken das Geräusch eines Stepp-Tänzers. Gekonnt. Genauso wie die Eigenkompositionen von Pertiet. Einige waren da zu hören, neben Melodien von Thelonious Monk, Duke Ellington oder Erroll Garner.
Ein kleiner Mann empfiehlt sich als genialer ParodistHennes Bender erfreut und erregt im bauhofVon Karina Hoppe Hemmingen-Westerfeld. Hennes Bender ist angekündigt, auf der Bühne des bauhofs aber stehen am Freitagabend noch viele mehr: Martin Semmelrogge, Udo Lindenberg, Biene Majas Willi, Rammstein, die Bee Gees und Herbert Grönemeyer. Der Parodist hat seinen Gästen bewiesen, dass er in jede erdenkliche Rolle schlüpfen kann. Zum Schreien war das. Der 1,62 Meter kleine Bender kann sogar Udo Lindenbergs viereckige Lippen imitieren. Die Leine-VHS hat ihn gelockt, nicht großer Hoffnung, dass dies überhaupt klappen würde. Aber Bender kam, in T-Shirt und Jeans. Schon sehr lange nämlich hat der gebürtige Bochumer nach eigenen Angaben auf eine Einladung in den bauhof gewartet: „Alle Kleinstkünstler der Welt wollen auf diese Bühne.“ Er beherrscht es bis zur Perfektion, seinem Soloprogramm mit dem Titel „Erregt“ ordentlich Lokalkolorit beizumengen. Schnell findet Bender heraus, dass zwischen Hemmingen und Pattensen eine gewisse Abneigung vorhanden ist. Und dass „Amrum, Achum, Arnum, wie heißt das?“ und Hemmingen-Westerfeld auch nicht immer einer Meinung sind. Bender trifft den Nerv seiner Gäste – und vor allem Boris Zawadzki aus Laatzen. Den holt er sich gleich auf die Bühne, weil er seinen Beruf des wissenschaftlichen Beraters so lustig findet und weil Zawadzki wesentlich größer als Bender ist – was nicht schwer ist, aber urkomisch aussieht. Zawadzki darf hinter die Bühne, um sich später wie ein Star auf ihr feiern zu lassen. Vorher verteilte Büstenhalter und Slips fliegen auf den Laatzener, der meistert die Situation souverän und darf sich wieder setzen. Immer wieder versucht sich Bender an „Amrum“ und dann – sehr schön – am „Güntherbad“, worauf die Hemminger ja so stolz sind.
HAZ Leine Nachrichten 26.09.2011 So viel Spaß kann seinDie Musiker von After Hours begeistern im bauhof mit Können und SpielfreudeVon Julia Osterwald Hemmingen. So groß war die Nachfrage nach dem Konzert von After Hours am Sonnabend im Kulturzentrum bauhof, dass ein paar Zuhörer, die auf Restkarten an der Abendkasse gehofft hatten, wieder nach Hause geschickt werden mussten. Sehr zum Bedauern der Veranstalter und derjenigen, die an diesem Abend leer ausgingen. Gut, dass sie wahrscheinlich nur ahnten, was sie verpassten. Dass die vier Musiker von After Hours eine ausnehmend gute Vorstellung geben würden, war zu erwarten. Dazu sind Lutz Krajenski (Klavier/Keyboards), Hervé Jeanne (Bass) und Saxofonist und Frontmann Stephan Abel zu bekannt als Virtuosen an ihren Instrumenten und als sicheres Erfolgsrezept in der Kombination. Hannes Dunker, der für Matthias Meusel an den Drums eingesprungen war, ist weniger erfahren als seine Kollegen. Mit rhythmisch-soliden bis hin zu rasend schnellen Soli bewies er jedoch, dass er sich hinter den Profis nicht verstecken muss. Egal, ob mit Dexter Gordons schnellem, karnevaleskem „Soy Califa“, Harald Silvers eindringlich-sanftem „Peace“, bei dem Abels Saxofon die Töne teils zu flüstern, fast zu säuseln schien, oder Jimmy Woodes „My Kind of World“, bei dem Pianist Lutz Krajenski auf seinem Klavierhocker fast abhob (nicht das einzige Mal an diesem Abend): Die Band zeigte auf ganz unterschiedliche musikalische Weise, was sie kann. Meisterhaft-sichere Soli aller inklusive – versteht sich. Was die vier sympathischen und charismatischen Musiker am Sonnabend jedoch vor allem so unwiderstehlich machte, war ihre Spielfreude. Alle Bandmitglieder hatten Spaß auf der Bühne, und der übertrug sich vom ersten, sehr souligen, leichtfüßigen Stück an mühelos auf die rund 100 Zuhörer. Dafür gab es begeisterten Applaus und den Ruf nach zwei Zugaben.
HAZ Leine Nachrichten 19.09.2011 Ein Comedian kämpft gegen den FlüsterfuchsDer Hamburger Michael Krebs begeistert das bauhof-PublikumVon Hannah Synycia Hemmingen-Westerfeld. Michael Krebs hat eine Mission: Das Erkennungszeichen aller Heavy-Metal-Fans – die zum Himmel erhobene Faust mit gestrecktem kleinem und gestrecktem Zeigefinger – aus den Händen deutscher Grundschüler zurückerobern. Dafür kämpfte er am Freitagabend mit geistreichen Liedern und humorvollen Anekdoten im Hemminger bauhof. Denn in Grundschülerkreisen steht die Geste nicht mehr für Rebellion und Rock?n?Roll, sondern für gespitzte Ohren und einen geschlossenen Mund – genannt der Flüsterfuchs. „Ein Unding“, empörte sich Krebs über den „Missbrauch“ und verteilte zur großen Freude der im Publikum anwesenden Grundschullehrerinnen Aufkleber mit dem Slogan „Flüsterfuchs? Nein, danke!“. Bevor Krebs den Kampf gegen den Flüsterfuchs aufnahm, erklärte der gebürtige Schwabe in breitem Dialekt aber erst einmal, wie ein Gast sich im Schwabenland zu verhalten hat („konsequent alles ablehnen“), was seine schwäbische Mutter über die Niedersachsen denkt („feierverrückt“) und wie man als in Hamburg wohnhafter Exil-Schwabe mit Kulturschocks umgeht („gar nicht“). Flankiert wurden die Anekdoten von Liedern über eine verlorene Jugend ohne TV-Supernannys, Bildschirmpsychologen und Fernsehschuldenberater („Wir hatten keine Chance“), Integration („Mach mit“) und die Begeisterung für Elektronikprodukte aus dem Hause Apple („Meine Freundin sollte von Apple sein“). Der studierte Musiker Krebs begleitete sich bei den Songs abwechselnd am Flügel und an der Gitarre und animierte das Publikum zum fleißigen Mitsingen. Zum Ende des zweistündigen Programms funktionierte das so gut, dass die Hemminger den „Rock?n?Roll-Comedian“ gar nicht mehr von der Bühne lassen wollten. Dem gefiel das, und er bedankte sich mit drei Zugaben für den stürmischen Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 05.09.2011 Zuschauer lassen Zunge heraushängenDas Triolenkompott bietet eine abwechslungsreiche Kost mit viel Komik und TiefgangVon Sigrid Krings Hemmingen. Was für ein ungewöhnliches Bild: Rund 120 gut gekleidete, scheinbar erwachsene Menschen saßen am Freitagabend mit leicht geöffnetem Mund, gesenktem Kopf und schlabbernd heraushängender Zunge auf ihren Stühlen im bauhof Hemmingen. Auf das Kommando einer üppigen Dame mit russischem Akzent hin schüttelten sie heftig ihre Köpfe und summten in verschiedenen Tonlagen. Einfach fantastisch. Das fand auch die Tonangeberin auf der Bühne: „Daas maacht Ihhrrr wuundeerbaar“, säuselte sie mit rollendem R und verzücktem Augenaufschlag – um gleich darauf zusammen mit dem Publikum in herzhaftes Lachen auszubrechen. Das Kompliment konnten die Zuschauer zurückgeben. „Wuundeerbaar“ kam die witzige, freche, zügellose und an manchen Stellen fast schon geniale Show „Abend füllend“ von Sängerin Natascha Petz, Pianist Hanno Siepmann und Mundartist Peter Wehrmann – zusammen besser bekannt als Triolenkompott – bei ihnen an. Ob im Verbund oder jeder für sich allein: Die drei Künstler boten abwechslungsreiche Kost mit viel Komik und manchem Tiefgang für Geist und Seele. Siepmann etwa brillierte mit seinem Lied über Männer – das Stück basiert auf Anregungen aus Damentoiletten der Stadt Essen. Petz schmachtete herzzerreißend in einem Liebeslied vom „Hering meiner Träume“, und Wehrmann brachte schließlich immer wieder allein durch seine Geräusche eine ganze Band auf die kleine Bühne.
HAZ Leine Nachrichten 04.07.2011 Blueshelden bei der ArbeitDie Jungs von Blues Culture mit Abi Wallenstein heizen dem Publikum im bauhof einVon Christine Raudies Hemmingen. Das geht direkt ins Blut: Schwer, erdig, warm sind die ersten Takte. Richtig laut. Die Mundharmonika ganz tief, rauh und voll die Stimme von Abi Wallenstein. Der Takt, den die Drums liefern, langsam wandernd – sie gehen es erstmal bedächtig an, die Jungs von Blues Culture, die am Freitagabend im bauhof spielen. Und was sollte sie auch aus der Ruhe bringen? Sie haben einen grandiosen Abend vor sich und viel Erfolg im Rücken. Abi Wallenstein ist Kult – das hat sich auch in der Region Hannover rumgesprochen. Und nach etwas schleppendem Vorverkauf füllt sich der Saal direkt vor dem Konzert doch noch bis auf den letzten Platz. Schon nach wenigen Momenten sind die Gäste begeistert. Schnell entsteht ein Dialog zwischen ihnen und den Helden vorne: „Uuuuhu!“ Die zögern auch nicht mehr lange, den nächsten Gang einzulegen. Bei „Don't Start Crying Now“ wackelt der bauhof, die Zuschauer jubeln. Und dabei geht es im ersten Teil definitiv ruhig zu. Der „Good Morning Blues“ stapft noch etwas verschlafen ums Bett, und beim „Alabama Blues“ von J. B. Lenoir könnte man wirklich in miese Stimmung geraten, so verloren kommt einem plötzlich alles vor. Der Titeslsong des Abends ist dann deutlich rockiger: „Blues Culture“ ist eine Hommage an die Größen der Bluesmusik, bei der sich alle Bandmitglieder auch in Solopassagen austoben können. Steve Baker hat statt der Stimmbänder eine Harp, und aus ihr holt er Unglaubliches heraus. Sie singt, schmettert, schnattert, quakt, fiept in den höchsten Tönen, dann wieder jammert sie tief und traurig. Immer wieder bekommt er frenetischen Beifall. Martin Röttger an den Drums spielt wie unter Hypnose, nichts kann ihn stoppen – nur schade, dass er ohne Cajon angereist ist. Und Abi Wallenstein rollt einen dichten, vielschichtigen Teppich aus Gitarrenklängen aus, meisterhaft mit Slides und Läufen gemustert. Leider trübt ein defektes Mikrokabel ein wenig den Genuss. Es knistert immer mal in den Boxen. Das wird aber in der Pause behoben. Die zweite Hälfte gerät endgültig zum Best of des Rhythm and Blues mit Titeln wie „Little Red Rooster“, „Route 66“ und „The Hip Shake“. Das geht ganz tief rein, frisst sich durch den Körper und schüttelt ihn. Zwei Zugaben gibt's, die letzte ist „Everybody Needs Somebody to Love“. Die Zuschauer im bauhof wissen längst, wen sie lieben. Kommt bald wieder, Jungs!
HAZ Leine Nachrichten 20.06.2011 Tragödien und Komödien im bauhofDas Trio Wachgeküsst überzeugt das Publikum mit Instrumenten und StimmeVon Hannah Synycia Hemmingen. Unplugged-Konzerte sind die Königsklasse der Popmusik. Ohne elektronische Verstärker zeigt sich, wer im Musikeralltag versucht, mit technischer Hilfe über Schwächen hinwegzutäuschen, und wer sein musikalisches Handwerk wirklich versteht. Das Trio Wachgeküsst kann man getrost zur zweiten Kategorie zählen. Auf der Bühne des bauhofs bewiesen sie am Freitag, dass es zu einem musikalisch erfüllten Abend nicht mehr braucht als Gitarre, Bass, Klavier und Stimme. Sängerin Anke Massmann, Gitarist Klaus Heuermann und Bassist Stefan Werner überzeugten das Publikum mit musikalischer Eloquenz und humorvollen, deutschsprachigen Texten. In den durch Rock- und Popmusik beeinflussten Liedern dreht sich alles um die kleinen Tragödien und Komödien des menschlichen Lebens. Liebe, Selbstzweifel, Beziehungsprobleme, aber auch Lebenslust und individuelle Eigenarten sind die tonangebenden Themen der Band, die seit drei Jahren zusammen musiziert. Eine Affinität haben die Musiker wohl zu ähnlich klingenden Liedtiteln, was auf der Bühne zu Komplikationen führen kann: Im Laufe des Abends war es quasi ein fortlaufender Witz, dass Gitarrist Heuermann wiederholt die Titel „So wie du bist“ und „So wie ich bin“ verwechselte. Die Zuhörer störte das nicht und so forderten sie nach fast zweistündigem Auftritt die fällige Zugabe.
HAZ Leine Nachrichten 30.05.2011 Dampfplauderer zündet ein verbales FeuerwerkChristoph Brüske im Kulturzentrum bauhofVon Sigrid Krings Hemmingen. Energie hatte Christoph Brüske versprochen. Und Energie hatte der Kabarettist aus Köln reichlich mitgebracht. Mit voll aufgeladenen Akkus aus einer schier unendlichen Fülle an Seitenhieben gegen fast alles und jeden stapfte der gut genährte „Rheinische Jung“ auf Dauerdiät über die Bühne. Zuppelte am Hosenbund herum, sprach, tanzte, sang – und siegte im Handumdrehen. Begeistert lauschte und lachte sein Publikum, forderte eine Zugabe nach der anderen und bekam sie alle. Einschließlich der liebevoll-bissigen Hemmingen-Hymne in der „Claus-Dieter-Schacht-Gaida-Arena“. Im Laufe des Abends ließ der selbstkritische „Dampfplauderer“ nicht nur von schlecht dosierter Energie vor allem bei berühmten Männern hören – Dominique Strauss-Kahn, „der Sohn von Oliver Kahn und Franz Josef Strauß“, lässt grüßen. Brüske stellte auch alternative Energiequellen wie die „Hamsterfarm im Dachboden“ vor, sinnierte über die eigene Stromrechnung („Heute denke ich nicht mehr Vattenfall, sondern watt?n Scheiß!“) und erarbeitete mit Zuhörer Dieter Hluchy auf der Bühne dessen imaginäre Steuererklärung. Brüske, ein Multitalent mit ausgebildeter Baritonstimme, entzündete im bauhof ein verbales Feuerwerk auf höchstem Niveau.
HAZ Leine Nachrichten 02.05.2011 Sechs geniale Musiker erobern BauhofVon Liedern mit Geige, Ach und Krach – Frieder-Schenck-Sextett begeistert PublikumVon Alexandra Jaeger Hemmingen. Man nehme die Virtuosität eines klassischen Kammerensembles, den Wahnsinn, die Tiefe und die Wortgewandtheit des hannoverschen Philosophen und Humoristen Friedhelm Kändler, kombiniere sie mit der Leidenschaft und Würze des Dichters Frieder Schenck und gebe mit Volker Thies und Uli Schmid noch zwei der bekanntesten Musiker aus der großen Kleinkunstszene Hannovers hinzu. Das Ergebnis: Ein hochexplosiver, apokalyptischer und raffinierter Klang-Cocktail – uneingeschränkt zum wiederholten Genuss zu empfehlen. Denn das, was die Künstler des Frieder-Schenck-Sextetts am Sonnabend auf der Bühne des Hemminger Kulturzentrums Bauhof zum Besten gaben, hatte alles, was ein offenes Ohr sich von einem kunstvollen Konzertabend verspricht. Ohne Pardon aber mit einem Augenzwinkern nahmen die Musiker sich ihrer selbst und ihrer Zeitgenossen an und förderten in aktuellen Chansons, kunstvollem Kammerpop, rauem Swing und aufgepepptem Schlager viele Skurrilitäten des Alltags zu Tage. Ein Härtetest für die Lachmuskulatur, den das Bauhofpublikum spätestens beim Schlagzeugsolo des Orchestermitglieds Willi Hanne verloren haben dürfte. Denn der elffache Preisträger des Jazzpodiums Niedersachsen entlockte selbst zerknülltem Papier, Quitsche-Gummigetier, zwei Fußballtröten und einer Babyrassel mehr Rhythmus als manch anderer. Auch Guido Hauser (Klarinette), Silke Heuermann (Geige) und Uwe „Pokerface“ Boiko (Bass) gaben mächtig Gas und überraschten die Zuhörer immer wieder, indem sie entweder ihre große Virtuosität und Klasse unter Beweis stellten oder durch quergebürstete Tonfolgen die These untermauerten, dass Genie und Wahnsinn manchmal eben doch sehr dicht beieinanderliegen.
HAZ Leine Nachrichten 11.04.2011 Kändler beglückt SprachliebhaberAlix Dudel als ÜberraschungsgastVon Christine Raudies Hemmingen. „Kändler macht glücklich“ behauptet das Programm vom bauhof – und um es vorweg zu sagen: Das ist in keiner Weise übertrieben. Etwa 60 Zuschauer kamen am Sonnabend in den Genuss einer wunderbaren, wort- und wahnreichen WOWO-Show des Sprachmeisters Friedhelm Kändler. Als Überraschungsgast brachte er Diseuse Alix Dudel mit. Kändler beginnt mit der sperrigen „Leseprobe“ aus „Des Kaisers neue Kleider.“ Doch schon seine Andeutungen zur Unterhose des Herrschers führen zum Hauptthema des Abends: der Liebe in ihren zahlreichen Spielarten. Mit verdichteten Wortkompositionen rückt er ihr von allen Seiten zu Leibe – mal ernst und philosophisch, meist eher ironisch und schelmisch: „Geh in den Schatten, geh in die Kühle, was du hast, sind Frühlingsgefühle!“ rezitiert er im Wechsel mit Alix Dudel. Diese präsentiert die rhythmisch und sprachlich anspruchsvollen Texte elegant und doch im Plauderton einer westfälischen Kassiererin. „Ich leg jetzt was vom Haushaltsgeld zur Seite!“, vertraut sie dem glucksenden Publikum in der Geschichte über den Callboy aus der Nachbarschaft an. Kändler gibt mit viel Gefühl für die dramatische Wirkung seine eigene Poetik wider, ironisiert die Dichtkunst und gibt ihr gleichzeitig eine neue Dimension. Die Grenzen des üblichen Sprachgebrauchs sprengt er scheinbar mühelos, sein Sprachtalent und seine blühende Phantasie stellen sich dabei immer wieder gegenseitig in den Schatten. Für Sprachliebhaber das Höchste! Langer Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 14.03.2011 Präsenter Mann mit Paulaner-PlauzeVolker Diefes begeistert das Publikum im Hemminger Kulturzentrum bauhofVon Sigrid Krings Hemmingen. Der Höhepunkt der Show kam zum Schluss: Volker Diefes holte „seinen“ Stefan aus den Zuschauerreihen zu sich auf die Bühne. Er setzte ihn auf einen Stuhl, umgarnte ihn zärtlich. Diefes hatte Stefan schon den ganzen Abend über in seine Moderation eingebunden, dieser habe ihn aufgeregt und dadurch ungeplant über so manches Wort stolpern lassen, erklärte er am Sonnabendabend im ausverkauften bauhof mit kokettem Blick. Dann hauchte der Krefelder Kabarettist den Song „Pausenbrot“ ins Mikrofon, den er einst seiner Mutter gewidmet hatte. In diesem Moment waren die Zuschauer kaum noch zu halten. Sie johlten und klatschten, nahmen die Hände nach oben, packten die Feuerzeuge aus. „Yes, we can!“, rief Diefes. Auch in Hemmingen, wo das Leben „eigentlich langweilig ist“ und „die Kunst darin besteht, diese Langeweile auszuhalten“. Das Publikum war – wie dem Künstler zuvor von den Veranstaltern angepriesen – einfach gut drauf. Deswegen brauchte Diefes auch nicht lange, um es völlig in seinen Bann zu ziehen. Mit kraftvoller Stimme, prägnanter Gestik und feinsinnig-pointiertem Witz war er von der ersten Sekunde an präsent auf der Bühne. Haute sich auf die Schenkel, zeigte – passend zum Titel „Ein Bauch ist auch schon ein Ansatz“ – seine „echte Paulaner-Plauze“ und pfiff rustikal durch die Zähne. „Ich will nicht immer sexy und geil sein“, rief der bodenständige Naturbursche. Hemmingen stimmte zu und dankte es ihm mit begeistertem Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 07.03.2011 Immer wieder Ärger mit der SiebenMatthias Brodowy hält – und singt – im Kulturzentrum bauhof ein Plädoyer fürs LebenVon Karina Hoppe Hemmingen-Westerfeld.Zweimal ausverkauft: Matthias Brodowy wollte am Freitag und Sonnabend Menschen in den Hemminger bauhof locken – und die Massen strömten. Kein Wunder, nichts Geringeres als eine Offenbarung hatte der hannoversche Kabarettist angekündigt. So heißt Brodowys aktuelles Programm, es ist sein siebentes. Und die Sieben hat es in sich, erfahren die Zuschauer. Sieben Geißlein, sieben Todsünden – und sieben Jahre, die Karl-Theodor zu Guttenberg an seiner Doktorarbeit schrieb. „Das musste schiefgehen“, sagt Brodowy. Diese Stellen sind es, die dem Publikum gefallen. Die Politiker, die Adligen, alle sind einmal dran an diesem Abend, aber Brodowy scheut auch vor Selbstkritik nicht zurück. Denn habe er es nicht leicht als Kabarettist? Er könne immer herumnörgeln, braucht nicht für E10 geradezusteh'n. Andererseits – und auch das sollte mal gesagt sein – müsste er sich nach Auftritten in fremden Städten spät abends an der Hotelbar von betrunkenen Managern als Witzeerzähler bezeichnen lassen. Matthias Brodowy spricht schnell, rasend schnell zuweilen, und immer wieder spielt er am Klavier. Es soll aber nicht alles witzig sein. So berichtet Brodowy auch von der Schuhproduktion. Wir zahlen 100 Euro und die Näherin im Nirgendwo erhält 45 Cent. In Wahrheit seien wir nicht besser als die Griechen mit ihren Sklaven. „Nur, wir sehen unsere Sklaven nicht.“ Am Ende lautet die Botschaft: Lasst uns die Zwischenzeit genießen. „Haut's die Erde raus aus der Umlaufbahn, heben wir unsere Gläser an.“ Wird nun die Welt untergehen? „Also wenn, dann wegen der Sieben.“
HAZ Leine Nachrichten 28.02.2011 Bauhof feiert ein Opernfesthemmingen. Vier Operngeister haben am Sonnabend im bauhof die Bühne erobert. Der Geschichte nach ist es Mitternacht, die Vorstellung zu Ende und das Theater verlassen. Aber es wird ein Fest geben, verrät Volker Thies, Moderator des Abends und konzeptioneller Vater des Programms „Da Capo! Das große Opernfest“. Für Feststimmung sorgen er und vier weitere Opernprofis zwei Stunden lang im besten Sinne: Mit Klassikern der Operngeschichte von Mozarts Zauberflöte und Figaros Hochzeit bis hin zu Bizets Carmen und Puccinis Gianni Scicchi. Der mal kräftige, mal zarte Sopran von Michaela Rams, Susanne Sommers glockenheller, starker Mezzosopran, Christoph Rosenbaums klarer, sicherer Tenor und Dieter Goffings voll tönender Bariton nehmen rund 90 Zuhörer mit auf die Reise – gekonnt begleitet von Joachim Beust am Klavier. Am Ende werden die Geister wieder gebannt und verabschieden sich mit dem Gefangenenchor aus Verdis Nabucco. Ein großartiger Abend, der lange und laut beklatscht wird. jow
HAZ Leine Nachrichten 21.02.2011 Jael Jones und ihre Band begeistern Jazzfans im bauhofHemmingen-Westerfeld. Jael Jones. Mehr müsste eigentlich nicht gesagt werden. Zumindest nicht für die mehr als 120 begeisterten Zuhörer, die am Sonnabend im Kulturzentrum bauhof erlebt haben, was geschieht, wenn die temperamentvolle Soulsängerin aus Hannover mit ihrer dunklen und modulationsfähigen Stimme binnen Minuten einen Konzertsaal erobert: Das Stillsitzen wird unmöglich. Ob groovige Titel mit starken Akzenten, feurige Sambarhythmen, bei denen das grandiose Quintett auf der Bühne noch enger zusammenzuwachsen schien, meisterlich arrangierte Standards oder sanfte Balladen – alles, was die Künstler preisgaben, war so leidenschaftlich, stark und ehrlich, dass kaum ein Fuß im ausverkauften Saal nicht wippte, kaum ein Kopf nicht nickte. Denn auch, wenn es zweifellos der warme und sich tief in Ohr, Bauch und Herz einbrennende Gesang von Frontfrau Jael Jones war, der den Jazzabend so außergewöhnlich machte: Ohne die präzisen, kraftvollen, swingenden und mutig gelösten Soli von Christoph Münch (Piano), Andreas Edelmann (Kontrabass), Coco Guerra (Saxofon) und Timo Warnecke (Schlagzeug) hätte die schöne Musik es wesentlich schwerer gehabt, ins Innere zu gelangen.ar
HAZ Leine Nachrichten 07.02.2011 Wortvirtuose ist äußerst distanziert80 Gäste sehen Komponisten, Chansonnier und Schriftsteller Sebastian Krämer im bauhofVon Christine Raudies Hemmingen. „Akademie der Sehnsucht“ heißt das Programm, das Sebastian Krämer gestern im bauhof vor 80 Gäste präsentiert hat. Doch die bei dem Titel möglicherweise erwartete Gefühlswelt steht bei dem in Ostwestfalen geborenen 35-Jährigen nicht so sehr im Mittelpunkt. Krämer ist Komponist, Chansonnier und Schriftsteller. Er spielt hervorragend Klavier und noch besser mit Worten. Aus all diesen Zutaten gestaltet der deutschsprachige Einzel-Poetry-Slam-Champion von 2003 ein Programm, das vor allem den Intellekt der Zuhörer anspricht. Philosophie droht er den Gästen schon zu Beginn an und setzt die Drohung insofern um, dass er alles, was er singt und sagt, immer und immer wieder ironisch kommentiert, erklärt und bricht. Kündigt er Liebeskummer an, spielt er beschwingt wie ein Liedermacher. Geht es um Romantik, wird er überzogen schwermütig, und so weiter. Das kommt gut an, vor allem aufgrund Krämers sprachlicher Virtuosität. In seinen Liedern erzählt er bisweilen Geschichten – solche, die den Zuhörer packen und in eine andere Welt entführen, wie das „Gespräch der Krähen“. Musikalisch geht Krämer viele Experimente ein. Einmal tastet er sich so hoch, bis er gar nicht mehr singen kann. Und bei seiner Klage über Deutschlehrer zertrümmert er fast den Flügel: In der immer gleichen trüben Folge hämmert er die Akkorde, bis das ganze Instrument wackelt. Die Widersprüchlichkeit, die er transportiert, zeigt Krämer auch selbst. Er präsentiert ein stilsicheres Programm, immer in bedachter Abgrenzung zum Kitsch. Dafür erntet er viel Zustimmung. Doch auf direkten Kontakt mit dem Publikum lässt er sich nur streckenweise ein. Krämer ironisiert auch das: „Es kann durchaus passieren, dass ich mich ein bisschen öffne“. Ein bisschen mehr, das hätte dem ansonsten reizvollen Abend sicher nicht geschadet.
HAZ Leine Nachrichten 31.01.2011 Das lange, reizvolle Warten auf AndreaBarbara Ellen Erichsen heizt mit „Sag Striptease, please“ dem Publikum im ausverkauften bauhof einVon Julia Osterwald Hemmingen. Samuel Beckett hat es vorgemacht: Er hat ein Theaterstück über das Warten auf einen Mann geschrieben, der schließlich nicht erscheint. Am Sonnabend war „Sag Striptease, please“ in einer Inszenierung von Dirk Grothe im bauhof zu Gast. Das Ein-Frau-Theaterstück „Sag Striptease, please“ funktioniert nach dem gleichen Muster wie Becketts „Warten auf Godot“: Eigentlich soll Stripperin Andrea auftreten, aber sie kommt nicht. Deshalb sieht sich die Garderobiere des Nachtlokals gezwungen, einzuspringen und dem wartenden Publikum die Zeit zu vertreiben. Knapp zwei Stunden lang tut Schauspielerin Barbara Ellen Erichsen alles, um das Publikum für den verzögerten Striptease zu entschädigen: Sie singt, tanzt und spielt mit Engagement und Ausdruckskraft, nicht selten mit einem diabolischen Lächeln auf dem Gesicht. Dabei ist sie mal naive Lolita und ungezogenes Gör, mal laszives Weib oder vulgärer Vamp, oft scheinbar nahe am Wahnsinn. In rot-samtenem Cut, darunter nur BH und Slip, schwarze Netzstrumpfhose, High Heels und strengen Dutt, ist sie Conférencier, verströmt Sex und gleichzeitig Strenge. Während sie Andrea auf der Bühne entstehen lässt – unschuldig, blond, mit naiv-doofem Lispeln und Silberblick –, gibt sie eigene biographische und intime Details preis, und immer mehr verschmelzen die beiden Personen, die Ansagerin und die Stripperin. Obwohl sie die Bühne nur mit einem „ganz gewöhnlichen Holzstuhl“ teilt, gelingt es Erichsen, sie zu füllen – vor allem mit ihrer Stimme, egal ob sie Madonna singt („Like A Virgin“), Frank Sinatra („Fly Me To The Moon“) oder Van Morrison („Send In The Clowns“). Sie plaudert munter über Brüste, Sex, Nippel und Druckknöpfchenphobie – und ganz zum Schluss fällt der BH. Das Publikum im ausverkauften Bauhof applaudierte für viel nackte Haut, tiefe Einblicke und derben bis schwarzen Humor – aber auch für gekonnten Gesang und ambitioniertes Schauspiel.
HAZ Leine Nachrichten 17.01.2011 Musikalische Mätzchen mit StilSänger Juliano Rossi und Pianist Lutz Krajenski swingen erstklassig im bauhofVON CHRISTINE RAUDIES
HAZ Leine Nachrichten 10.01.2011 Das Jahr beginnt beschwingtNeujahrsjazz im Hemminger bauhofVon Christine Raudies Hemmingen. Statt des gewohnten Jahresausklangs mit Nikolausjazz vor Weihnachten lud das Hemminger bauhof-Team diesmal zum Jahresauftakt mit der Old Virginny Jazzband – und zahlreiche Besucher kamen. Der bauhof war, wie auch bei vielen Veranstaltungen im vergangenen Jahr, ausverkauft. Die Organisatoren freuen sich über den Erfolg. „Mit unserem vielfältigen Programm ist es uns im letzten Jahr hervorragend gelungen, die Menschen in den bauhof zu holen“, zog Ingrid von Drahten, Schriftführerin und Pressebeauftragte des Vereins, Bilanz. Dabei stehe vor allem ein Gedanke im Mittelpunkt: „Wir wollen den Menschen ermöglichen, den Alltag ein paar Stunden hinter sich zu lassen und alles zu vergessen. Sie sollen sich freuen und am Ende beschwingt nach Hause gehen.“ Dieses Ziel hat das bauhof-Team auch mit dem Neujahrs-Jazzfrühschoppen erreicht. Auf der Bühne präsentierten die coolen Herren der Old Virginny Jazzband ein extrem entspanntes Programm. Die fünfköpfige Band um Posaunist Ulli Petersen spielte ebenso lässig wie präzise bekannte und weniger bekannte Titel aus dem klassischen Swingrepertoire – und rief damit bei den Gästen große Begeisterung hervor. Insbesondere die zahlreichen Soli wurden ausgiebig beklatscht. Petersen würzte den Auftritt außerdem mit kurzen Gedichten, Zitaten und kleinen Späßen. Nach insgesamt drei Sets und Gastauftritten von Hans-Günter Jürgensmeier, der die Band gesanglich und am Banjo unterstützte, konnten die Besucher beschwingt nach Hause gehen und mit Vorfreude auf das neue bauhof-Jahr blicken.
HAZ Leine Nachrichten 29.11.2010 Auf der Bühne tanzt der BaumDie Steptokokken präsentieren im bauhof ein schrill-fröhliches Grippenspiel zum AdventVON CHRISTINE RAUDIES HEMMINGEN. Es fing doch alles ganz besinnlich an. Mit Kerzen, ein bisschen Weihnachtsflimmer im Haar und „Alle Jahre wieder“. Gut, der Text klang irgendwie anders als sonst. Aber die meisten Zuschauer im ausverkauften bauhof wussten ohnehin, dass es ganz so harmlos nicht bleiben würde.
HAZ Leine Nachrichten 29.11.2010 Zwei Kolumnisten reden sich den Mund trockenUwe Janssen und Bruno Brauer präsentieren im Kulturzentrum bauhof ihre Live-CD „Reden statt Pattensen“VON ALEXANDRA JAEGER HEMMINGEN. Erfolgreiche Komödianten kommen immer an den Ort ihrer Taten zurück. Und wenn sie dann auch noch Bruno Brauer und Uwe Janssen heißen, ihr zurecht gefeiertes Programm den Titel „Reden statt Pattensen“ trägt, die Gitarren gestimmt und die Zungen gespitzt sind, dann wird eine solche Rückkehr zum Reingewinn für alle Beteiligten.
HAZ Leine Nachrichten 15.11.2010 Der Energiebringer heizt dem Publikum im bauhof einChristopf Brüske überzeugt mit Analyse und rheinischem WitzVon Christine Raudies Hemmingen. Ein bisschen sieht er aus wie der Gute-Laune-Bär, der Mann da vorne auf der Bühne. Doch der Eindruck täuscht. Christoph Brüske, der vor rund 100 Zuschauern im bauhof sein Programm „Energie“ vorstellt, hat es faustdick hinter den Ohren. Er kann nicht nur anheizen. Er kann auch austeilen. So heftig, dass es Funken schlägt. Seine vermeintliche Naivität ist nur Strategie. In rheinischer Plaudermanier reißt er das Publikum mit und rast fortan wie ein D-Zug durch die deutsche Politik: von der Sarrazin-Debatte zur Vertriebenenpolitik, vom WM-Hype über Stuttgart 21 bis zur Bildungsmisere und dem Castortransport. Nach ein paar Minuten fragt man sich, wie er das durchhalten will. Aber es geht ungebremst weiter. Nahezu jeder Bundesminister bekommt sein Fett weg. Tagesaktuell, in einer kongenialen Mischung aus intelligenter Analyse und derbem Witz. Der Höhepunk der ersten Hälfte: Die Intonierung des Heiderösleins zu Ehren des Gesundheitsministers – mit ironischer Inbrunst und toller Tenorstimme: „Sah' ein Knab namens Rösler stehn – war so jung und war so schön!“ Das Publikum dankt es Brüske mit Johlen und Klatschen. In der zweiten Hälfte dreht sich alles um die Globalisierung, die irgendwie mit dem Dämmen der eigenen vier Wände zu tun hat. Wenn es noch ein Fünkchen Begeisterung gibt, das ihm nicht zugeflogen ist: Mit der Hymne auf Hemmingen (zu „New York, New York“) gibt Brüske sich und dem Publikum den Rest. Ob Brückstraßen-Schlaglochpiste oder Streit um die B 3: „Wer braucht die Welt? Es reicht auch Westerfeld!“
HAZ Leine Nachrichten 08.11.2010 Andi Steil veredelt Türstopper zum InstrumentMultitalent aus Oldenburg unterhält mit seinem Programm „Rhythmusknacker“ 60 Zuschauer im bauhofVon Achim von Lüderitz Hemmingen. Vielleicht lag es ja am zunächst nicht gerade aussagekräftigen Titel: „Rhythmusknacker – ein Maul wird zur Trommel“ hieß das Programm im nicht ganz ausverkauften Hemminger bauhof. Immerhin hatten sich am Freitag rund 60 Zuschauer im Kulturzentrum eingefunden – und sie wurden von Multitalent Andi Steil aus Oldenburg zwei Stunden lang aufs Beste unterhalten. „Wir haben uns fast kringelig gelacht“, sagte Renate Becker-Serafin. Sie war mit ihrem Kegelklub „Die Optimisten“ zur Vorstellung gekommen, um mal ein, zwei Stunden abzuschalten. Das allerdings gelang nur bedingt, denn man musste schon hellwach sein, um alles mitzukriegen, was der Komedian da auf der Bühne an Unterhaltung verzapfte. Der Humorist, der schon beim Quatsch-Comedy-Club aufgetreten ist, bot eine großartige Mischung aus Musik – als ungewöhnliche Instrumente dienten ihm neben seiner „Play“-Station auch Türstopper, leere Flachmänner, Rumbarasseln und etliche Alltagsgenstände – Gesang und Erzählkunst. Mit schwarzer Soulstimme und vielen fast undefinierbaren Geräuschen erfreute er sein Publikum und nahm es mit auf eine Weltreise, an deren Routen Wortwitz, Slapstick und Kalauer ein unterhaltsames Spalier bildeten. Andi Steil war dabei kein Wiederkäuer altbekannter Witze, sondern kreierte eigene Wortschöpfungen und neue Begriffe – darunter den Afrikaner, den er auf dem Mom-Basar getroffen hatte und der als Einsiedler in einer Wohngemeinschaft lebte. Auch das Outfit war besonders. Aus olivgrünen, gelblichen Bundeswehrrückständen („Ich habe schon bei den Wiener Philharmonikern als Geigenzähler gearbeitet“) hatte er sich einen Abendanzug maßschneidern lassen. Nach der Pause zwängte er sich in einen Frack, um „die Abfrackprämie“ zu kassieren. Seinen kahlen Kopf („ein schönes Gesicht muss ausreichend Platz haben“) benutzte er als Dockstation für allerlei Geräte, die, mit Saugnäpfen ausgestattet, das Bühnenbild bereichern. Der Abend war eine Symbiose aus Mimik, Musik und Komik, aus Slapstick und Clownerie, eine Mischung, die genau den Geschmack des Publikums getroffen hatte.
HAZ Leine Nachrichten 01.11.2010 Das Publikum schwelgt in sanften KlängenDas Jael-Jones-Quintett swingt im Kulturzentrum bauhofVon Sigrid Krings Hemmingen. Sie liebt gefühlvolle Balladen. Das gibt die Sängerin Jael Jones bei ihrem Konzert am Sonnabendabend im Kulturzentrum bauhof gern zu. „Deswegen quäle ich sie mit einer weiteren“, kündigt sie an, streicht sich die dunkelbraunen langen Haare aus dem Gesicht und lächelt ein wenig frech. Doch als das Jazz-Quintett zu dem Jazz-Standard „Nature Boy“ anhebt und Jael Jones die Geschichte eines herumreisenden kleinen Jungen besingt, ist beim Publikum von Qual keine Spur. Im Gegenteil: Einige Zuhörer im ausverkauften Saal haben die Augen geschlossen und schwelgen entspannt in der sanften Mischung aus Stimme, Piano (Christoph Münch), Kontrabass (Andreas Edelmann), Saxofon (Coco Guerra) und Schlagzeug (Timo Warnecke), andere wippen mit den Füßen oder klopfen den Takt leise vor sich hin. Genuss pur. Die hannoversche Jazz- und Soulsängerin gastierte vor rund zwei Jahren zum ersten Mal mit ihrer Band im bauhof und löste schon damals große Begeisterung aus. Die 41-Jährige versteht es, ihre kräftige dunkle und hervorragend ausgebildete Stimme sehr geschickt einzusetzen und die vielen Facetten gekonnt zur Geltung zu bringen. Doch auch wenn Jael Jones Balladen besonders gern singt – die flotteren Songs wie etwa „My Kind of World“ von Jimmy Woode oder das jazzig arrangierte Lied „Mond über Hamburg“ von Stefan Gwildis gelingen dem Quintett an diesem Abend insgesamt besser. Denn hin und wieder findet das Ensemble den gemeinsamen Groove erst ein wenig mühsam nach etlichen Takten – vor allem bei den ruhigen und getragenen Stücken. Meist ist es dann eines der kraftvollen und präzise swingenden Soli des Pianisten Münch, das die Spannung löst und der schönen Musik endlich den Weg ins Innere öffnet.
HAZ Leine Nachrichten 04.10.2010 Gruselstunde mit Hexen und Hackebeilchen im bauhofSchrecklich amüsant: Duo liest aus Hannovers KriminalgeschichteVon Christine Raudies Hemmingen. Rädern, mit brennendem Schwefel verätzen oder lebendig begraben? Wer schon immer wissen wollte, wie es mit Folter und Gerichtsbarkeit seit dem Mittelalter vor sich ging, der war bei der szenischen Lesung am Sonnabend im bauhof genau richtig. Ein Gruselgefühl hatten die Zuschauer durchaus, das Programm hieß „Tendenziell kriminell – Verbrecher und Verbrechen aus Hannover musikalisch aufpoliert“. Die Rezitatorinnen Elke Reissert und Sabine Göttel entführten die Gäste in die Kriminalgeschichte Hannovers und der Region, und da ging es reichlich brutal zu. Ob Ehebruch oder Raubüberfall, ob Zauberei oder Gattenmord: Weder beim Richten noch beim Morden war man besonders zimperlich. Auf der Bühne lief es dagegen recht harmlos. Die beiden Sprecherinnen lasen mal bissig, mal ironisch und mal genussvoll Texte über Verbrechen und Gerichtsprozesse der hannoverschen Geschichte vor – von Hexenverbrennungen bis hin zu Hackebeilchen Haarmann. Was an dem Skript von Sabine Göttel Originalquelle war und was hinzugedichtet wurde, blieb dem Publikum bisweilen verborgen. Spaß machte es trotzdem. Verboten gut kam die Darbietung des finster dreinblickenden Trios „Feelharmonica“ an, das die Lesung mit bekannten Krimi-Liedern stimmungsvoll untermalte und amüsant kommentierte. Ob mit Melodien aus „Derrick“ oder „Stahlnetz“, Werner Pfizenmaier (Mundharmonica), Roland Baumgarte (Cello) und Jürgen Happe (Gitarre) sorgten immer wieder für Beifall des Publikums. Mit Grusel, Musik und Kriminalgeschichte(n) waren die Zuschauer am Ende sehr zufrieden: Im bauhof waren sie ja alle in Sicherheit.
HAZ Leine Nachrichten 13.09.2010 Es muss nicht immer Schampus seinKrimiautor Paul Grote stellt im bauhof seinen neuen Krimi vor – mit WeinprobeVon Achim von Lüderitz Hemmingen-Westerfeld. Wenn es nach den Titeln seiner bisher veröffentlichten sechs Bücher geht, müsste Krimi-Schriftsteller Paul Grote eigentlich Alkoholiker sein. „Rioja für den Matador“, „Der Portwein-Erbe“ und „Bitterer Chianti“ leuchtet es grell von den Einbänden. Und auch im neusten Roman geht es wieder um Promille. Am Sonnabend stellte der Autor sein Buch „Der Champagner-Fonds“ im bauhof vor. Mit gespielter Entrüstung weist Grote (Jahrgang 1946) die Andeutung von eventueller Abhängigkeit von sich: „Ich genieße gerne einen guten Tropfen, aber konsumiere ihn nicht flaschenweise.“ Für seinen neuen Roman hat er mehr als ein Jahr lang recherchiert und musste auch erst einmal eine Beziehung zu dem edlen Tropfen aus der Champagne aufbauen. „Früher dachte ich immer, Champagner sei eine Art Brause für reiche Leute“, sagt der Autor. Trotz aller intensiven Forschung zum Thema „Schampus“ bleibe er aber Weinliebhaber. Zum dritten Mal war Grote in den bauhof gekommen, und wieder hingen die rund drei Dutzend Besucher an seinen Lippen. Der Berliner las nicht nur vor, sondern verkörperte auch die Gestalten in seinem Buch. Philipp Achenbach zum Beispiel, den leitenden Angestellten eines Kölner Weinimports, und dessen Chef, der die Firma durch die Auflegung eines Fonds wachsen lassen will. Begleitet wurde die Lesung von Wein- und Champagnerproben – und Anekdoten des hannoverschen Weinimporteurs Hilmar Zobel, der allerlei über Weinarten, die langwierige Herstellung einer solchen Flasche und deren Preis zum Besten gab.
HAZ Leine Nachrichten 06.09.2010 Die Kolumnisten singen auchUwe Janssen und Bruno Brauer nehmen den frühesten Jahresrückblick des Jahres vorVon Sigrid Krings Hemmingen. Der Gesundheitszustand der Künstler sei eigentlich stabil. „Aber sie sind sehr nervös“, sagt der großgewachsene blonde Mann mit einem schelmischen Lächeln. Er sei der „Einheizer“ und auf die Bühne des Kulturzentrums Bauhof in Hemmingen gekommen, um das Publikum für die nachfolgende heitere Lesung „Reden statt Pattensen“ in Stimmung zu bringen. Viel braucht es dazu nicht: Die rund 100 Zuschauer im ausverkauften Saal sind bereits bestens gelaunt, bevor es überhaupt losgeht. Sie freuen sich auf die beiden Kolumnisten der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung Uwe Janssen und Bruno Brauer, die den frühesten Jahresrückblick des Jahres vornehmen und ihn an diesem Freitagabend für ihre erste gemeinsame CD aufnehmen wollen. Da geht es mächtig zur Sache: Janssen und Brauer legen sich ins Zeug, reden sich den Mund in Hochgeschwindigkeit trocken. Immer wieder greift Janssen zur Gitarre, und beide Künstler zeigen, dass sie nicht nur reden, sondern sogar singen können. Ein Lacher jagt in dem fast dreistündigen Programm den nächsten, das Publikum johlt, klatscht und trampelt vergnügt. Um den FDP-Politiker Guido Westerwelle geht es, der „Brötchen mit Migrationshintergrund“ kauft. Die Kolumnisten erklären den „Verdummungsrechner Thilomat“ und führen mit finsterer Stimme durchs Gruselkabinett der Bundesminister. Brauer erzählt von „The Letter“ im Büro von Facebookgründer Mark Zuckerberg, und Janssen führt vor, wie sich künftig gepixelter „Google Street Sound“ in Hemmingen anhören könnte. „Sobald die CD draußen ist, muss ich eine haben“, sagt eine Frau in der Pause begeistert. Ein wenig wird sie sich gedulden müssen, aber Ingrid von Drahten aus dem Vorstand des Bauhofs versichert: „Sobald die CD im Handel erhältlich ist, werden wir auf unserer Internetseite darauf hinweisen.“
HAZ Leine Nachrichten 30.08.2010 Desimo zerreißt Karten und errät Gedanken der Gäste100 Zuschauer sehen Show „Wunschlos oder glücklich“ im BauhofVon katharina Bengsch Hemmingen. „Das ist tief, das ist fast unterirdisch“, kommentierte Detlef Simon die vorgelesenen Passagen aus einem Esoterikbuch. Der Kabarettist, der als Desimo weit über die Regionsgrenze bekannt ist, hatte offenbar nichts übrig für Mystik. Dem Publikum ging es scheinbar ähnlich: Lachen und Glucksen war aus allen Winkeln des Saales zu hören. Bereits zum dritten Mal trat Desimo am Sonnabend im Hemminger bauhof auf, diesmal mit dem Stück „Wunschlos oder glücklich“. Dabei bekamen die 100 Gäste im ausverkauften Haus vor allem Desimos Wünsche zu hören. Witzig und gepaart mit politischen Statements klangen diese wie folgt: „Ich wünsche mir, dass die Betreiber von Atomkraftwerken auf dem Gelände wohnen.“ Magisch wurde es, als er die Gedanken eines Zuschauers erriet. Aus einem Buch durfte sich ein Gast ein Substantiv aussuchen. Desimo sagte nach einem kurzweiligen Frage- und Antwortspiel „Gras“ – ein Volltreffer. Besucherin Katharina Dahlgrün musste sogar auf die Bühne, um ihren Namen und einen Wunsch auf eine Spielkarte mit einem Engel schreiben. Wünsche an das Universum würden ja bekanntlich von Engeln weitergeleitet, scherzte Desimo. Mit den Worten „Haben Sie ihren Wunsch aufgeschrieben? Dann können Sie ihn jetzt knicken“ zerriss der Künstler die Karte und präsentierte sie wenige Minuten später heil in einer Glühbirne. So sprachlos wie Dahlgrün war auch das Publikum. Der Zustand verflog jedoch beim Bingo. Dass alle gewannen, war vorauszusehen. Schließlich war das Spiel so präpariert, dass überhaupt niemand verlieren konnte.
HAZ Leine Nachrichten 23.08.2010 Wilde Flötenklänge eröffnen die SaisonDas Trio Coppo spielt beim Kultursommer Region Hannover im ausverkauften bauhof in HemmingenVon Stephanie Zerm Hemmingen-Westerfeld. Mitreißende Flötensoli, groovige Gitarrenklänge und ein riesiges Schlagzeugarsenal. Das Trio Coppo hat am Sonnabendabend im Kulturzentrum bauhof mit einer heißen Mischung aus lateinamerikanischen Klängen die neue Saison eröffnet. „Wir sind stolz, dass wir das Ende der Sommerpause einläuten dürfen“, sagte Flötist Carsten Tamme, der die Besucher im ausverkauften bauhof charmant durch das Programm führte. Ob „English Man in New York“ von Sting, Kompositionen von Chick Corea oder der Klassiker „Just the Two of Us“ von Bill Withers – in jeder Interpretation schwang der Klang aus Süd- und Mittelamerika mit. Bereits vor einem Jahr hatten Percussionist und Initiator Rolf Schawara aus Coppenbrügge, Gitarrist Volker Kraatz aus Elze und der Hemminger Carsten Tamme das Publikum im bauhof mit ihren mitreißenden Interpretationen begeistert. Am Sonnabend präsentierten sie weitere neue Stücke aus ihrem Programm. „Damit Sie sich nicht langweilen“, erklärte Musiker Carsten Tamme scherzend. Doch davon konnte bei den Gästen keine Rede sein. Mit ihrem oft improvisierten Latin-Jazz haben die Musiker alle Register gezogen und das Publikum durchweg in den Bann gezogen. Mit viel Spielfreude und einer satten Portion Rhythmus haben die Musiker bekannte Stücke in vollkommen neuen Klangfarben interpretiert. Durch die ungewöhnliche instrumentelle Besetzung mit Querflöte, Drums und Gitarre vermischten sich kubanische Rhythmen mit groovigen Improvisationen. Alles in allem: ein gelungener Start in die neue bauhof-Saison.
HAZ Leine Nachrichten 31.05.2010 Auf unterhaltsamer Klangreise mit dem Trio RanginHemmingen-Westerfeld. Sie können alles: Egal ob Jazz, Latin, orientalische Folklore oder auch ein bisschen Funk, ein bisschen Flamenco und etwas Pop – jeder Ton sitzt. Selbst die kompliziertesten Melodiefäden bringen sie mit erstaunlicher Lockerheit auf die Bühne. Und zu jedem Stück gibt es die passende Mimik obendrauf. Vom künstlerischen Können des Trios Rangin haben sich am Freitagabend etwa 100 Zuhörer im ausverkauften Kulturzentrum bauhof überzeugt. Am besten beschreibt ihr eigener Name die Musik: Das Wort Rangin kommt aus dem Persischen. Es bedeutet bunt, farbenfroh. Die beiden Gitarristen Michael Meyer und Omid Bahadori spielen seit der Gründung vor zehn Jahren zusammen. Unterstützt wurden sie am Freitag von Miko Mikulicz an der Geige. Die Stärke der Musiker liegt in ihrer Ausdrucksfähigkeit, denn ihre Musik bedarf keiner Erläuterung. Beeindruckend war das Stück „Sa Talaia“, gleichnamig wie der höchste Punkt der Baleareninsel Ibiza, auf der Meyer seinen Urlaub verbracht hat. Es erzählt die Geschichte eines Sommerurlaubs, und das ganz ohne Worte. Die poetischen Lieder von Rangin wirken wie eine kleine Träumerei, zu der jeder Zuhörer vor dem geistigen Auge einen eigenen Film entstehen lassen kann. Und man will gar nicht mehr aufwachen, muss es aber doch – spätestens beim tosenden Beifall.cok
HAZ Leine Nachrichten 10.05.2010 Ein Tollpatsch mit Poesie hypnotisiert einen LuftballonPantomime Bulipp tritt im Hemminger Kulturzentrum bauhof aufVon Stephanie zerm Hemmingen-Westerfeld. Manchmal sind keine Worte nötig, um sich mitzuteilen. Zumindest im Hemminger bauhof funktionierte die Kommunikation am Sonnabendabend auch lautlos. So zog Pantomime Bulipp die Gäste im Kulturzentrum auch schweigend in seinen Bann und sorgte mit seiner charmanten, tollpatschigen Art für zahlreiche Lachsalven. Etwa als er leichtfüßig wie ein Balletttänzer im Dreivierteltakt über die Bühne schwebte. Doch leider hatte die Platte einen Sprung, sodass er mit blankem Entsetzen in seinen Augen seine tänzelnden Bewegungen immer wieder wiederholen musste. Doch das Publikum sieht bei Bulipps Vorstellung nicht bloß tatenlos zu. Immer wieder bezog der Pantomime, der bereits zum dritten Mal im bauhof auf der Bühne stand, die Gäste in seine Vorführung mit ein. Mit einem Zuschauer trat er zu einem imaginären Tennismatch an, während er einer anderen Zuschauerin mit einem Besen die Haare kämmte. Mit charmanten Gesten überzeugte er eine weitere Besucherin, auf die Bühne zu kommen und in ein kleines Windrad aus Papier zu pusten, um für die Beleuchtung auf der Bühne zu sorgen. Die rund 70 Zuschauer amüsierten sich gut. Bulipps Versuch, einen Luftballon dazu zu überreden, durch einen Reifen zu springen, erntete ebenfalls viel Beifall. Der Luftballon erwies sich während der Vorstellung als recht widerspenstig, sodass der Pantomime es letztendlich mit Hypnose versuchte. Mit seiner ausdrucksstarken Gestik und Mimik hat Bulipp, der sich selbst als Tollpatsch mit Poesie bezeichnet, sein Publikum überzeugt und erntete für sein kommunikatives Schweigen am Ende seines Auftritts viel Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 03.05.2010 Vertreter für gehobenen Blödsinn erfüllt WünscheMatthias Brodowy gibt auch Tipps bei Öffentliche-Toiletten-PhobienVon Stephanie Zerm Hemmingen-Westerfeld. Mit seinem Best-Of-Programm „Bis es euch gefällt“ ist der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy am Freitagabend im Kulturzentrum bauhof aufgetreten. Dabei durften die Zuschauer das Programm selbst bestimmen. Brodowy, der sich selbst als „Vertreter für gehobenen Blödsinn“ beziehungsweise als „Chief Director For a High Level Bullshit“ bezeichnet, notierte alle Wünsche des Publikums, die er im charmanten Plauderton zu einem unterhaltsamen Programm zusammenfügte. Darunter etliche Klassiker seiner Texte, Geschichten und Lieder. So schilderte Brodowy seinen Alptraum, Papst Heinz I. zu sein und bei seinem ersten öffentlichen Auftritt mit einem bekleckerten Kleid vor die Öffentlichkeit zu treten, während sein Handy „Highway to Hell“ spielt. Nichts Menschliches scheint dem Kabarettisten fremd zu sein. Weder Übergewicht noch die Frage nach einem angemessenen Grabsteinspruch: „Für einen Jäger ist ,Halali, die Jagd ist aus? fantastisch – für eine Putzfrau: ,Sie kehrt nie wieder?.“ Auch die Frage der letzten Worte will laut Brodowy gut überlegt sein: „Nicht, dass ich sage, ich gehe noch mal schnell Pippi machen und dann war?s das.“ Auch politische Pointen baut der Kabarettist ein: „Ich gehe jetzt nur noch in griechische Restaurants und zahle dort die Hälfte: Den Rest hat Angela Merkel schon überwiesen.“ Doch Brodowy will sein Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch von Phobien heilen: „Wenn Sie unter einer Öffentliche-Toiletten-Phobie leiden, ist eine Konfrontation das Beste“, gab er den 100 Gästen im bauhof mit auf den Weg in die Pause. „Setzen Sie sich gleich auf die Resonanzschüssel, ziehen Sie dort ordentlich vom Leder und rufen laut ,Ich war's!'“ Das Programm kam bei den Gästen so gut an, dass der bauhof Brodowy schon für einen Auftritt im nächsten Jahr gebucht hat.
HAZ Leine Nachrichten 12.04.2010 Cello und Piano begrüßen den FrühlingAsiatisch-westliche Symbiose beim Konzert im Kulturzentrum bauhofVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Nach der Ikebana-Vorführung von Sigrid Didjurgis betraten die Cellistin Yasuko Ogata und die Pianistin Masayo Hosomi die Bühne im Hemminger Kulturzentrum bauhof. Beide stammen aus Japan und haben an internationalen Festivals, Meisterkursen und Konzertprojekten teilgenommen. Yasuko Ogata ist vielen Hemmingern als Lehrerin an der Musikschule bekannt. Zum Auftakt präsentierten Ogata und Hosomi Musik zeitgenössischer japanischer Komponisten zum Thema Frühling. Die Werke nehmen oft asiatische Harmonien auf und verbinden sie gekonnt mit westlichen Hörgewohnheiten und Instrumenten. Das ungewöhnlichste Stück des Abends ist bis ins Detail beispielhaft für diese Symbiose. Der bedeutende Komponist Toshiro Mayuzumi hat die Musik des traditionellen japanischen Marionettentheaters in Cello-Klänge umgearbeitet. „Normalerweise wird die Musik auf traditionellen Instrumenten gespielt“, sagte Yasuko Ogata. Virtuos zeigte sie verschiedene Zupftechniken, Glissandos und Bogenführungen mit der rechten Hand bei gleichzeitigem Zupfen mit der linken. Die Zuhörer konnten sich lebhaft die asiatischen Melodie- und Schlaginstrumente vorstellen. Rein europäische Kompositionen waren das „Waldesruhe“ von Antonin Dvorák und als Höhepunkt die Sonate für Klavier und Violoncello in F-Dur von Ludwig van Beethoven. Das Publikum applaudierte kräftig. Als Zugabe brachte das Duo japanische Stücke zu Gehör, darunter eines über die Kirschblüte. „Leider konnte ich das in den letzten zehn Jahren nicht sehen“, sagte Aysuko Ogata. Diese Zeit sei in Japan besonders schön. Den japanischen Abend hatten der bauhof, die deutsch-japanische Gesellschaft und die Bürgerstiftung im Rahmen des Projekts „Hemmingen musiziert“ organisiert.
HAZ Leine Nachrichten 12.04.2010 Kunst und Musik Japans im bauhofHemmingen-Westerfeld. Im Hemminger Kulturzentrum bauhof ging es am Freitagabend japanisch zu. Ikebana sowie ein Frühlingskonzert mit japanischer Musik standen auf dem Programm. Zum Auftakt lüftete Sigrid Didjurgis einige Geheimnisse um Ikebana, eine von buddhistischen Mönchen schon im sechsten Jahrhundert kreierte Kunst des Blumenarrangements. „Die Harmonie ist wichtig“, sagte Didjurgis. In einer Schale ordnete sie drei unterschiedlich lange Äste an: Der längste in der Mitte symbolisiert den Himmel, der mittlere den Menschen und der kürzeste die Erde. Es gebe so gut wie keine symmetrischen Formen im Ikebana und die meisten Arrangements seien nur von einer Seite aus zu betrachten. Nur dann sei die Harmonie aus angeordneten Pflanzen und leeren Stellen ausgewogen. Und es wurden nicht nur Blumen verwendet. Zur Erheiterung des Publikums hatte Sigrid Didjurgis Broccoli verarbeitet.shw/Mehr auf Seite 5
HAZ Leine Nachrichten 16.03.2010 Mit simplen Kartentricks ist Zaubern keine HexereiRobert Wicke zeigt im bauhof Akrobatik, Pantomime und TanzVon Achim von Lüderitz Hemmingen. Eine bunte Mischung aus Akrobatik, Musik, Pantomime und Tanz wurde den 80 Besuchern des „Smartshow“-Varietés im Hemminger bauhof geboten. Wenn ein paar Sessel frei blieben, lag das daran, dass deren Besitzer von Kleinkunstkünstler Robert Wicke zwecks kurzfristiger Unterstützung auf die Bühne geholt wurden. Die Aushilfs-Protagonisten waren sichtlich erleichtert, als sie nach ihrem Auftritt wieder im Zuschauerraum Platz nehmen durften. Am besten gefiel Robert Wicke aber auch als „Einzelkämpfer“ auf der Bühne. Erstaunlich, wie trefflich man sein Publikum mit ein paar knusprigen Chips, einem Mikrofon und Musik vom Band unterhalten kann – oder mit einer Salatgurke samt Reibe, die als Begleitung für einen Rapvortrag dienten. Slapstick und Pantomime wechselten einander ab, stets begleitet von einer beeindruckenden, schier unerschöpflichen Mimik und fremdländisch klingenden Kommentaren, die der Künstler selbst als „Disneyländer Platt“ bezeichnete. Comedian Wicke zeigte in rasendem Tempo einen bunten Querschnitt durch sein vielfältiges Programm. „Einige Passagen habe ich heute zum ersten Mal aufgeführt“, verriet er in der Pause, „für jede Szene muss man schon intensiv üben, bis sie bühnenreif ist.“ Nach der Pause kam dann Altbewährtes: Kugeln, Bälle und Keulen standen im Mittelpunkt und schienen die Schwerkraft einfach aufzuheben. Nur wer beim Versuch, mit drei Tennisbällen zu jonglieren, schon kläglich gescheitert ist, kann ermessen, wie schwierig sieben durch die Luft wirbelnde Bälle oder Keulen zu beherrschen sind. Wicke zeigte auch, dass Zaubern keine Hexerei ist. Es ist gar nicht so schwer, eine bestimmte Karte aus einem Stapel zu fischen, wenn das ganze Spiel aus Pikdreien besteht. Noch eine ganze Reihe ganz simpler Tricks hatte der gebürtige Hannoveraner auf Lager. „Das Jonglieren hat mir aber am besten gefallen“, lobte Ursula Buglass. Für die 82-Jährige war es der erste Besuch im bauhof. Das allerdings lag daran, dass sie 50 Jahre in England gelebt hatte. Künftig will sie öfter kommen. Vor allem dann, wenn das Programm so bunt und vielfältig ist.
HAZ Leine Nachrichten 08.03.2010 Viel Charme: Doch Männer kommen selten gut wegAlix Dudel singt im bauhof Texte von Kändler und KreislerVon Philipp Eberstein HEMMINGEN. Wenn Alix Dudel auftritt, gibt es im Publikum nur selten freie Plätze. Ihr Konzert „Gestern war ich morgen schon“ im bauhof am Sonnabend machte da keine Ausnahme. Karten für die 100 Plätze des Saals waren restlos ausverkauft, als Dudel für zwei Stunden Texte des hannoverschen Kabarettisten Friedhelm Kändler intonierte, inszenierte und interpretierte. In der ersten Hälfte heiter bis frivol, hangelte sich Dudel mal durchs Publikum („Darf ich mal durch ...“), um dann von der Bühne in feiner Chansons-Manier von ihren Erfahrungen mit der Männerwelt zu berichten („Sie sind schön, rasiert ... und sie reden nicht“). Dass Männer dabei selten wirklich gut wegkommen, ist schnell verziehen. Dudels Charme und Bühnenpräsenz fegen darüber hinweg und erfreuen das Publikum, das übrigens überwiegend aus Frauen besteht. Ihre Professionalität und von Zeit zu Zeit ein Augenzwinkern erinnern den Zuhörer schon nach kurzer Zeit an große Namen wie Hildegard Knef. Dudels Begleitung, Pianist Uli Schmid, fügte sich perfekt ins Arrangement und sorgte für den ein oder anderen Lacher, wenn er spontan singend in ein Lied einstimmt, um dann abrupt abbrechend eine beschämte Entschuldigung zu murmeln. Die beiden sind ein eingespieltes Team – seit gut 15 Jahren stehen sie gemeinsam auf der Bühne. Der Gast des Abends, Volker Thies, ergänzt das Duo noch nicht lange. „Wir haben uns durch Zufall bei einem gemeinsamen Gastauftritt kennengelernt“, sagte Dudel. Doch der geschulte Tenor des gebürtigen Oldenburgers ergänzt die rauchig-weiche Whiskystimme von Alix Dudel perfekt. So heiter und bunt die erste Hälfte des Konzerts war, so düster wurde die zweite: die Musik weicher, die Texte melancholischer, nur der Humor blieb. Von den Untiefen des Bundes fürs Leben („die Ehe ist kein Spaß, mein Lieber“) bis zum Mordkomplott gegen den Geliebten reichte das Spektrum. Diesmal griff die Diseuse auf Texte von Georg Kreisler zurück. Eine Stunde später verlies man den bauhof schwebenden Schrittes, wie immer nach einem tollen Konzertabend. Wer Chansons und Kabarett mag, wird Alix Dudel lieben.
HAZ Leine Nachrichten 22.02.2010 Schmalfilmshow beginnt mit technischen ProblemenThommi Baake zeigt Filme aus vergangenen Zeiten im bauhofVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Manch einer kennt noch das legendäre Zigarettenmännchen, das nach Pleiten, Pech und Pannen in die Luft ging. So mochte sich auch Thommi Baake am Sonnabend im Hemminger Kulturzentrum bauhof gefühlt haben. Wegen technischer Probleme mit dem Ton begann seine Schau mit Verzögerung. Baake fuhr schnell nach Döhren hinüber und holte seine eigene alte Lautsprecheranlage. Dann gelang es dem Techniker zunächst nicht, ein Licht auszuschalten. Mit lockeren Sprüchen kommentierte Baake das Geschehen und stimmte so das Publikum auf den Filmabend ein. Rund 70 Gäste amüsierten sich doppelt: Zum einen über die heute kurios anmutenden Filmchen der sechziger und siebziger Jahre. Baake hatte unter anderem einige Werbefilme im Programm, darunter das Zigarettenmännchen, Wäsche die so weiß wie nie gewaschen wird und eine Magenbitter-Präsentation mit logischen Fehlern. Für Heiterkeit sorgte ein Aufklärungsfilm der Deutschen Verkehrswacht aus den frühen Sechzigern zum Thema „Sicher über die Straße“ mit heute kaum noch nachvollziehbaren Tipps. Baaker kommentierte aber nicht nur die Filme. Zu jedem gab er dem Publikum Quizaufgaben zu knacken: Welche Zeit zeigte eine Uhr an? Wie viele Bierkrüge spielen im Zigarettenmännchen-Film mit? Für die richtigen Antworten verteilte Baake Preise vom Flohmarkt: mal ein einfaches Elektrokabel, seltsame Fachbücher, die keiner mehr braucht oder eine Autogrammkarte des Schlagerpärchens Cindy und Bert. Über die Preise kamen die Menschen im Publikum prächtig miteinander ins Gespräch. Da waren die kleinen technischen Pannen vom Beginn schnell vergessen.
HAZ Leine Nachrichten 16.02.2010 Musiker halten den Spannungsbogen aufrechtJacobien-Vlasman-Quintett fasziniert vor kleiner Zuschauerrunde im Hemminger Kulturzentrum bauhofvon petra zottl hemmingen. Intensiv, dynamisch, vereinnahmend und kreativ: So oder ähnlich mag sich das Fazit derer anhören, die am Wochenende das Jacobien-Vlasman-Quintett im Kulturzentrum bauhof gehört haben. „Ich bin kein eingefleischter Jazzfan, für mich ist es manchmal gewöhnungsbedürftig“, sagte eine Zuhörerin zur Pause des Konzerts, das die gebürtige Holländerin Vlasman vor fast intimer Runde gab. Fasziniert schien sie trotzdem – und blieb. Das Vlasman-Quintett hielt den Abend spannend: Jedes Stück, das das Ensemble zu Gehör brachte, schien dem Satz Vlasmans zu gehorchen „Jeder Tag endet anders, jedes Konzert endet anders“. So bestachen alle Lieder mit eingängigem Groove, in den sich die Zuhörer immer wieder schnell mit wippenden Füßen und nickenden Köpfen hineinversetzten – um dann verdutzt innezuhalten, als das Quintett den Song musikalisch wieder umkrempelte. Wie sehr Vlasman ihre Musik lebt, zeigte vor allem das sehr persönliche Stück „Who are We To Judge“ – ein Lied über einen an Alzheimer erkrankten Menschen, dessen Welt langsam versinkt. Verletzlich und berührend das Mienenspiel, der Gesang – scheinbar selbstvergessen nahm sie ihre Zuhörer mit in ihre Gefühlswelt. Und das mit einer Stimme, die auch große Hallen füllen könne.
HAZ Leine Nachrichten 08.02.2010 Parodie auf Modern Talking bejubeltDie A-cappella-Band Viva Voce aus Franken überzeugt auch norddeutsche ZuhörerVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Viva Voce als Chor zu bezeichnen, wäre wirklich zu wenig. Darum nennen sie sich A-cappella-Band – denn sie formen mit ihren Stimmen gleich die Instrumente mit. Im Kulturzentrum bauhof haben die fünf Sänger aus Franken am Sonnabend das Publikum mit ihrer erfrischenden Schau hingerissen. Während die legendären Prinzen aus Sachsen mit ihrem melodiösen Gesang punkten, legen Viva Voce den Schwerpunkt auf den Rhythmus. Heiko Benjes als Bass und Jörg Fischer als singendes Schlagzeug liefern die Grundlage für freche Texte, gesungen von Bastian Hupfer, David Lugert und Mateusz Phouthavong. Sie können über Stubenfliegen genauso singen wie über den ungeliebten Chef. Dennoch ist der Vergleich mit den Prinzen gestattet: Beide Formationen haben sich in berühmten Knabenchören gefunden: Die Prinzen bei den Thomanern in Leipzig, Viva Voce beim Windsbacher Knabenchor. „Die Herkunft wollen wir gar nicht verschweigen“, sagte Bastian Hupfer. Und so sind sie auch bei Kirchenkonzerten zu hören und werden im Mai Gast beim Ökumenischen Kirchentag in München sein. Mit ihrer Art der Interpretation haben sie 2009 den Bayerischen Kulturpreis gewonnen. Die klassische Ausbildung der Sänger ist immer wieder herauszuhören, wenn sie ihre Stimmungen zaubern. Ob Rock, Swing, Reggae oder Klassik – die fünf Männer beherrschen anscheinend alles. Und sie parodieren oft und gern mit passender Mimik. So nehmen sie „You're My Heart“ von Modern Talking auf die Schippe – das bauhof-Publikum bog sich vor Lachen. Nicht minder komisch war der Hymnus im deutschen Chorstil auf ihre Heimat Franken. Nur Heiko Benjes bekannte: „Ich komme aus dem Saarland.“ Aber da Franken bekanntlich nicht Bayern ist, fühle er sich doch sehr wohl in der Gruppe.
HAZ Leine Nachrichten 01.02.2010 Brachialhumor kommt sehr gut anTrio Wolfgang Grieger und die High Nees bekommt viel Beifall von 70 bauhof-Besuchernvon petra zottl HEMMINGEN. Einen Einblick in ein sehr spezielles Comedy-Universum haben am Freitag etwa 70 Besucher im Kulturzentrum bauhof erlebt. Auf der Bühne stand das Trio Wolfgang Grieger und die High Nees. Der Titel ihres Programms: „Musik, Quatsch und gute Laune“ – und genau das bekamen die Zuschauer auch. Musik war reichlich und kreativ instrumentiert vorhanden, Quatsch in einer Kreuzung aus Mike Krüger, Karl Dall und dem skurrilen Helge Schneider sowieso. Und gute Laune hatten die Besucher eindeutig – und das in verblüffender Frequenz: In allen Sitzreihen krümmten sich Menschen unterschiedlichster Alterskategorien vor Lachen, wischten sich Tränen weg und verlangten generationenübergreifend nach mehr. Holla-Bolla-Mitglied Grieger und seine Partner Hein und Highn scheuten sich nicht, auch in die tiefe Schublade der Brachialität zu greifen: So verdiente der Text des Liedes „Es ist so schön in der Gerichtsmedizin“ das Prädikat unterirdisch. Aber es gab auch Glanzpunkte. Ihre Persiflage auf den MTV-Rap-Hype mit dem einprägsamen Namen „Ubeldabeldubeldabeldu“ war genial. Auch das Stück „Fahr'n mit der Bahn“ und die von der Gothic-Musikszene inspirierte Nummer „Flötenstunde“ waren humorvoll-ironische Perlen. Fazit: Nur für Fans. Aber davon hatten Grieger und Co. am Freitag jede Menge im Raum.
HAZ Leine Nachrichten 25.01.2010 Juliano Rossi lässt die Hüften kreisenGäste jubeln beim Swing- und Jazzabend im Hemminger bauhofVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Schwingende Hüften, eine großartige Stimme und eine freche Moderation, das sind die Markenzeichen von Juliano Rossi alias Oliver Perau. Mit einer Swingshow war er am Sonnabend zu Gast im Kulturzentrum bauhof. Vor ausverkauftem Haus bot Rossi eine Mischung aus kammermusikalischem Jazzabend und Musikparodie. Der Bogen spannte sich dabei von Swingklassikern der Sinatra-Ära bis zu weichen Jazz- und Soulrhythmen. Als kongenialer Partner erwies sich Achim Kück am Klavier, der mit hervorragenden Improvisationen und einem satten Klang für die Begleitung sorgte. „Solche Konzerte sind immer persönlicher“, sagte Perau. Er hatte sichtlich Spaß am Publikum und versprach, möglichst bald wiederzukommen. Denn die Gäste jubelten geradezu über seine Schau als Juliano Rossi. Ob ernsthafte Stücke von Sammy Davis Junior oder romantische wie „Love Street“ von Jim Morrison, Rossi gibt ihnen seine eigene, spannende Interpretation. Oft wurde sein Vortrag zur Parodie. Zum Beispiel imitierte er eine Geste von Howard Carpendale, der mit einer Hand irgendetwas vom Himmel pflückt, oder er ließ seine Hüften noch mehr kreisen als ohnehin schon. Romantische Lieder wurden schon einmal völlig überzeichnet, sodass das Publikum kaum aus dem Lachen herauskam. Seit 2009 ist Juliano Rossi beim legendären Musikverlag Blue Note unter Vertrag. „Das ist ein Ritterschlag für mich“ bekannte Rossi. Denn bei Blue Note haben auch so berühmte Jazzmusiker wie Miles Davis ihr Werke veröffentlicht. Für das bauhof-Team war der Rossi-Abend schon der dritte Erfolg im Januar. „Es ist ein richtig guter Auftakt“, sagte Ingrid von Drathen und freute sich über den Publikumszuspruch.
HAZ Leine Nachrichten 18.01.2010 Blick in die Abgründe des Lebens kann Spaß machenUta Köbernick fasziniert im bauhof mit Wortkunst-Kabarettvon petra zottl hemmingen. Wer heute an Kabarett denkt, hat häufig die großen Comedians vor Augen, die mit populären Pointen für brüllendes Gelächter sorgen. Was die Kleinkunstpreisträgerin Uta Köbernick dem Publikum des Kulturzentrums bauhof am Sonnabend präsentierte, hatte eine ganz andere Zielrichtung: Vor rund 80 Besuchern servierte sie mit ihrem Programm „Sonnenscheinwelt“ Wortkunst in bester literarischer Kabarettmanier. Mit feiner Ironie, versteckt in zunächst harmlosen Worten, führte Köbernick durch einen Reigen aus selbst geschriebenen Liedern und Gedichten. Ihr Hauptthema: Das Leben und der Blick in die immer wiederkehrenden Abgründe auf dem Weg hindurch. Mit offenem Blick im blankgeschrubbten Naturkindgesicht nährte die Schauspielerin und Liedermacherin den Glauben an die Sonnenscheinwelt, um anschließend mit feinem Humor und im Abgang bitterbösen Worten dort zu pieksen, wo selbst das schönste Postkartenidyll dunkle Flecken hat. Mit ihren blitzgescheiten Wortspielen gelang Köbernick eine Gegenbewegung zum brachialen Schenkelklopfer. Nicht das laute „Wuhaha“ schallte aus den Mündern des Publikums. Vielmehr erntete Köbernick, was zu ihrer – zu Recht preisgekrönten – Version des Kabaretts passt: ein langsam anschwellendes „Hm-hm-hm“-Gelächter und jede Menge erheiterte Gesichter. Manchmal kann ein Blick in die Abgründe des Lebens besonders viel Spaß machen.
HAZ Leine Nachrichten 30.11.2009 Stück handelt vom Suchen und Warten auf NeuanfangTheater Ka gastiert im bauhof – Einige Lacher, der Rest ist TragödieHemmingen-Westerfeld. Tragisch und heiter zugleich: Am Sonnabend präsentierte das Theater Ka im Kulturzentrum bauhof das Stück „Die Apokalypse der Marita Kolomak“ von Vera Kissel. Schon zu Beginn war es spannend: Schauspielerin Jutta Hanisch saß 30 Minuten lang bewegungslos auf der Bühne. Sie spielte im Verlauf des Stückes den stummen Schatten der Marita Kolomak. Beate Habel verleiht der Figur der Marita Tiefgründigkeit. Fast sprachlos, oft in Kindersprache, hadert sie mit ihrem Schicksal. Sie muss den Tod ihres einzigen Kindes verkraften. „Du lebst, und bist doch tot“, sagt sie leise. Und sie hört Stimmen, die drei Ufologen für Signale von Außerirdischen halten. Alle gemeinsam warten in der Silvesternacht in der Kneipe „Wegsend“ auf die Ankunft der Außerirdischen. Alle sind auf der Suche nach einem Neuanfang. Die Ufologen wollen die Erde verlassen, Maritas Mann Jupp scheitert mit seiner Kneipe, ihre Schwester sucht Halt und Marita selbst will vergessen. Den Gegenpol liefert Opa Schlott, glänzend gespielt von Kurt Bliefernicht. Im Hamburger Missingsch-Dialekt kommentiert er das merkwürdige Treiben. Während er für Lacher sorgt, ist der Rest Tragödie.shw
HAZ Leine Nachrichten 23.11.2009 Vokalisten bringen Luft im Kulturzentrum zum VibrierenA-cappella-Band JuiceBox erhält Ovationen im Hemminger bauhofvon petra zottl hemmingen. Eine ausgefeilte Tontechnik, sechs brillante Stimmen und ein Füllhorn kreativer Ideen haben am Sonnabend die Besucher des Hemminger Kulturzentrums bauhof regelrecht von ihren Sitzen gerissen. Zu Gast war die junge A-cappella-Formation JuiceBox. Die mittlerweile als umjubelter Überraschungsgig der A-cappella-Woche in Hannover bekannte Combo packte sogleich alles aus, worauf ihr Erfolg gründet: Keine Coverversionen, dafür anspruchsvolle Eigenkompositionen mit einer Klangbreite und -tiefe, die die Luft im ausverkauften Kulturzentrum phasenweise zum Vibrieren zu bringen schien. Kraft ihrer Stimmbänder erzeugten Joachim Rust, Frank Katemann, René Heller, Steffen Feindt, Alexandra Deike und Lucie Schäfer Melodiebögen, peitschende Hip-Hop- und Techno-Rhythmen, Swingläufe, gefühlvolle Balladen und rockige Einlagen – kreischende Elektrogitarren inklusive. Bereits zur Pause erhielten die sechs Sänger langen Applaus. Zur Erheiterung der Zuhörer stufte Sänger Katemann diesen in die Applauskategorie drei ein, bevor er sie zu Höchstleistungen – Kategorie vier – anstachelte. „Dies ist unser letzter Auftritt in 2009, Sie haben die Chance, das beste Publikum des Jahres zu werden“, lockte der studierte Musik- und Physiklehrer, bevor er und seine Bandkollegen zur zweiten musikalischen Runde ausholten. Das ließen sich die Zuhörer nicht zweimal sagen: Zwischenapplaus, Johlen, Pfeifen und Klatschen prägten das Bild des restlichen Konzertabends, zu dessen Ende die Besucher ausnahmslos stehend applaudierten. Pur, ganz ohne Mikro, verabschiedeten JuiceBox sich nach etwa 90-minütiger Show mit ihrer letzten Zugabe vom wohl „besten Publikum des Jahres 2009“. Kategorie 4 erreicht. Glückwunsch!
HAZ Leine Nachrichten 02.11.2009 Eindringliches Theater im bauhof: Wie Mobbing eine Familie zerstörtHemmmingen-Westerfeld. Welche bedrückende Auswirkungen Mobbing sowohl auf den direkt Betroffenen als auch auf dessen Umfeld haben kann, hat das Theater Unikate am Freitagabend im Kulturzentrum bauhof gezeigt. Die Truppe um die Schauspielerin Gilla Cremer präsentierte ein eindringliches Stück. Grundlage ist der Roman „Mobbing“ von Annette Pehnt. Nur Cremer und ihr Partner Patrick Cybinsky standen auf der Bühne. Das Publikum im bauhof war sofort gefesselt von der Aufführung. Cremer spielt die Ehefrau von Joachim, genannt Jo. Er wird von der neuen Chefin und den Arbeitskollegen gemobbt, verliert seine Arbeit und seinen Halt. In der eineinhalbstündigen Aufführung wird der Verfall des Mannes und der Familie deutlich. Es bleiben am Ende nur Trümmer. „Ich weiß nur, dass ich Jo glauben muss“, sagt seine Ehefrau und zweifelt doch, ob Jo noch der Mann ist, den sie geliebt hat. Patrick Cybinsky spielt eine Doppelrolle: Er sitzt fast unbeweglich als verstummter Jo in einem Glaskasten, spielt aber auch das Cello und untermalt mit seiner Musik die Dramatik, die Traurigkeit und den Abstieg.shw
HAZ Leine Nachrichten 27.10.2009 Ein Auftritt wird zum WunschkonzertDer Kabarettist Matthias Brodowy brilliert mit einzigartiger Best-of-Show im bauhofvon petra zottl HEMMINGEN. Mal flapsig, mal brachial, immer ein wenig boshaft und voller Witz: Der hannoversche Kabarettist Matthias Brodowy hat am Sonntagabend den Festtag zum zehnjährigen Bestehen des Hemminger Kulturzentrums bauhof mit einem nahezu perfekten Auftritt gekrönt. Schon in den Wochen vor seinem Auftritt, der anfangs nur für Mitglieder und Helfer des Vereins bauhof geplant war, hatte der Comedian alle bisherigen Nachfragerekorde gebrochen. Nachdem der Vorstand beschlossen hatte, die Veranstaltung für alle Interessierten zu öffnen, waren die Vorverkaufsstellen regelrecht überrannt worden. „Wir hätten das Zigfache an Karten verkaufen können“, sagte bauhof-Chef Klaus Grupe. Brodowy hielt, was sich das Publikum erhoffte. Sichtlich gut gelaunt legte er gegen 19.30 Uhr los – und warf alle üblichen Abläufe über den Haufen. Spontan übergab er die Steuerung über sein Best-of-Programm „... bis es euch gefällt“ der Fangemeinde. „Haben Sie Wünsche, womit soll ich anfangen?“, fragte er. Sie hatten – und wünschten sich unter anderem das urkomische Stück „Mortadella“, das ruhige Lied „Eintritt frei“, aber auch die zwischen 2000 und 2005 entstandene musikalische „Jammer-Jammer-Trilologie“. Etwa 25 Minuten zelebrierte Brodowy sein Musik-Comedy-Stück „Alptraum“, bevor er sein vom Lachen geschütteltes Publikum mit Verspätung in die Pause schickte. Brodowy brannte ein mehr als zweistündiges kabarettistisches Feuerwerk ab und servierte das Beste aus 20 Jahren Bühnenpräsenz. Mit Scharfblick für die Details einer Situation zeigte er, was seine Auftritte auszeichnet: sein unwiderstehlicher, intelligenter und manchmal hämischer Humor, der jedoch immer wieder leisen Momenten weicht. Seinen heftig beklatschten Auftritt ließ er mit zwei ruhigen Musikstücken ausklingen. Unter anderem dabei war das ebenfalls von seinen Fans gewünschte Hannover-Lied „Stadt mit Keks“ – Brodowys ganz persönliche Liebeserklärung an Hannover. Gut, dass der einstige Theologiestudent seinen Plan aufgegeben hat, Papst zu werden. Was wäre das für ein Verlust für die Kabarettfans gewesen!
HAZ Leine Nachrichten 26.10.2009 Kulturverein kürt erstes Ehrenmitgliedbauhof feiert mit 80 Gästen ZehnjährigesMit vielen lobenden Worten, kleinen kulturellen Schmankerln und der Ernennung eines ersten Ehrenmitglieds hat der Hemminger Kulturverein bauhof gestern sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. von petra zottl hemmingen. Dem Hemminger Künstler Norbert Labenz war die Rührung anzusehen. „Es gibt doch so viele, die noch mehr gemacht haben als ich“, sagte er schüchtern, als der Chef des bauhofs Klaus Grupe ihn für seine Verdienste als erstes „Ehrenmitglied auf Lebenszeit“ begrüßte. Der Ehrung vor 80 Gästen waren viele lobende Worte vorausgegangen: Vize-Regionspräsident Wolfgang Neubauer würdigte besonders das Verdienst Grupes. „Sie sind für Ihren Verein eine wichtige Stütze. Sie haben Hemmingen zu einem viel beachteten Kulturort gemacht“, sagte er. Der Hemminger Bürgermeister Claus Schacht erinnerte an die Anfänge des Kulturzentrums, dessen erste Veranstaltung ein Jahr nach Vereinsgründung am 5. November 2000 im umgebauten städtischen Bauhof stattfand. „Rund 600.000 Mark hat uns das Projekt gekostet. Es war ein wenig spinnert, weil wir noch gar nicht wussten, wer hier Kultur machen sollte. Aber alle Prognosen haben sich bewahrheitet. Ihr habt so viel geboten, das ist mit Geld kaum aufzuwiegen“, lobte er die Vereinsaktiven. Mit dem Rahmenprogramm zum Empfang gab das bauhof-Team eine Kostprobe der Programmspannweite des Kulturzentrums: Acht junge Musiker der Musikschulen Laatzen und Hemmingen, alle Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ spielten klassische und zeitgenössische Werke von Beethoven, Max Reger, JoaquÍn Rodrigo und Chick Corea. Lacher erntete der HAZ-Kolumnist und Autor Uwe Janssen: Für seinen komischen Rückblick auf die sechziger Jahre der Bundesrepublik sowie einen Blick in Ulla Schmidts Dienstkalender und eine Eloge für die Körperfettwaage bekam er viel Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 12.10.2009 Musiker nehmen Publikum mit auf die Moon AlleyUlli Orth und Havelka-Streichquartett spielen EigenkompositionenVon André Nowak Hemmingen. Die Atmosphäre im Hemminger bauhof ähnelte am Sonnabend ein wenig der eines Jazzklubs. Das passte zum Anlass, denn in dem im Halbdunkel liegenden Raum, nur erhellt von wenigen Scheinwerfern und dem Flackern zahlreicher Teelichter, waren der Saxofonist Ulli Orth und die Musiker vom Havelka-Streichquartett zu Gast. Sie faszinierten die rund 30 Besucher mit einer Mischung aus Klassik und Jazzelementen. Ausschließlich Eigenkompositionen präsentierten die fünf Künstler den Gästen, die sogar aus der Wedemark angereist waren. Gemeinsam spielten sie unter anderem Orths kleine Tango-Suite. „Tango im weitesten Sinne“, wie der Komponist schmunzelnd sagte. Auch das Lied „Moon Alley“ vom amerikanischen Jazztrompeter Tom Harrell hatte Orth, der derzeit als Bandmusiker mit Sänger Roger Cicero auf Tour ist, für Saxofon und Streicher umgeschrieben. „Es ist eines meiner Lieblingsstücke“, sagte er dem Publikum. Der Mischung aus komponierten Passagen und Improvisationselementen hörten die Besucher wie gebannt zu und klatschten nach jedem Stück kräftig Beifall. Ohne die Begleitung von Ulli Orth spielte das Havelka-Streichquartett unter anderem eine eigene Komposition vom Violinisten der Gruppe, Klaus Heuermann aus Pattensen. Sein dreiteiliges Werk „Wind and Waves“ kombinierte sowohl gefühlvolle, als auch rasante, dramatische Passagen.
HAZ Leine Nachrichten 05.10.2009 It's M.E. heizen dem Publikum einTrio spielt Rock, Pop und Soul im Hemminger bauhof – Veranstalter plant WiederholungVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Partyzeit im Hemminger Kulturzentrum bauhof: Am Freitagabend hat das Trio It's M.E. den 70 Gästen gehörig eingeheizt. Mit Rock 'n' Roll, Swing, Jazzrock und Rhythm and Blues boten die Musiker einen Abend voller Abwechslung und guter Musik. Zum Trio gehört die Sängerin Martina Maschke. Mit ihrer Altstimme, die von sanft bis röhrend viele Nuancen beherrscht, eroberte sie das Publikum. Ab und an spielte sie auch Gitarre, wenn ihre beiden männlichen Mitstreiter den Gesang übernahmen. Ecki Hüdepohl griff mitunter so kräftig in die Tasten seines elektrischen Pianos, dass es heftig schwankte. Ob Anleihen bei Klassikern, beim Boogie oder im Ragtime, Hüdepohl ist ein ausgesprochen vielseitiger Musiker, Sänger und Moderator. Neu in der Band ist der Schlagzeuger Werner Löhr, der im Piratenhemd zum Auftritt gekommen war. Auch seine große Trommel zierten Aufkleber mit Piratenmotiven. Neben einer erstklassigen Begleitung mit seinen diversen Schlaginstrumenten liefert auch er hervorragenden Gesang. Die Stimmen des Trios sind ihr Markenzeichen: Harmonisch fügen sie sich ineinander. So entsteht ein satter Klang, der an viel größere Gruppen und Orchester erinnert. Wenn sie swingen, meint der Zuhörer die Big Bands der vierziger Jahre vor sich zu haben. Beim Publikum waren Mitklatschen und Mitsingen angesagt. „Schade, dass hier Stühle stehen“, meinte eine begeisterte Zuhörerin. Sie hätte zu den rockigen Liedern lieber getanzt. bauhof-Chef Klaus Gruppe will diesen Wunsch erfüllen: „Wir laden It's M.E. noch mal ein und machen dann eine richtige Party daraus, ohne Stühle im Saal“, kündigte er an.
HAZ Leine Nachrichten 28.09.2009 Komödiantin zeigt Mut zu leisen TönenDie Künstlerin Andrea Badey präsentiert im ausverkauften bauhof ihr neues Programmvon petra zottl HEMMINGEN. Eine Revolverschnauze kann auch anders: Mit einem Mix aus Kohlenpott-Witz und fast schon leisen Momenten ist die Oberhausener Kabarettistin Andrea Badey am Freitagabend auf die Bühne des Kulturzentrums bauhof zurückgekehrt. „Zwischen Tanga und Treppenlift oder die Welt gehört dir...“ lautet der Titel ihres neuen Programms, in dem „die Badey“ sich mit einem sehr alltäglichen Problem auseinandersetzte: dem Älterwerden. „Irgendwann kriegt jeder einen Hals wie ein Truthahn“, tönte die Komödiantin, Schauspielerin und Sängerin zu Beginn, um danach mehr als zwei Stunden lang mal schnoddrig-komisch, mal nachdenklich über all die unvermeidbaren Begleiterscheinungen eines Lebens zu parlieren. Erstmalig musikalisch begleitet von Gitarrist Franco Carmine und Mundharmonikaspieler Ralf Grottian, nahm die Kabarettistin ihr Publikum im ausverkauften bauhof mit auf ihre Lebensreise. Diese führte vom Klammerblues zu Alexandras „Zigeunerjunge“ und ihrer allgegegenwärtigen polnischen Freundin Bonny M. bis hin zur verkrampften Lektüre von „Simone dö Böwoir“, in deren Büchern nichts, aber auch gar nichts steht, „was mich im zwischenmenschlichen Bereich weitergebracht hat“. Immer wiederkehrender Lebensmittelpunkt war jedoch der bratschespielende „Böört“ – dieser hat es immerhin vom Erster-Kuss-Albtraum zum heute glücklich geschiedenen Ehemann gebracht. Steter Begleiter und Badeys Alter Ego an diesem Abend: Ihr Zigarre nuckelnder Vater, seines Zeichens „Zigeuner, Fälscher, Frauenversteher, Teppich- und Rohrverleger“. Er würzte den Abend mit seinen Lebensweisheiten. Ihm gebührt wohl auch ein Fazit des Abends, der trotz vieler zündender Ideen auch Längen hatte: „Man darf alles falsch machen im Leben – nur auslassen darf man nichts.“ Oder – wie „die Badey“ zum Ende der Show selbst resümierte: „Was bleibt, ist die Liebe. Alles andere ist noch schlimmer.“
HAZ Leine Nachrichten 21.09.2009 Gut gemischt, glänzend gespieltFolk-Trio Dán fasziniert im bauhof mehr als 90 Gäste mit irischer Musik, Polka und Walze
HAZ Leine Nachrichten 22.06.2009 LuaMar lässt den Mond Samba tanzenDuo zelebriert brasilianische Musik im ausverkauften bauhof auf faszinierende WeiseVON PETRA ZOTTL HEMMINGEN. Atmosphärisch berührend, gewinnend-charmant und einfach lebensfroh: Selten war die arg begrenzte Platzzahl im Hemminger Kulturzentrum bauhof so bedauerlich wie am Freitagabend. Denn mit dem Auftritt des Duos LuaMar hatte der Verein einen Geheimtipp auf der Bühne. Sängerin Katharina Ahlrichs und Gitarrist Silvio Schneider spielten vor ausverkauften Sitzreihen – und der bauhof hätte weit mehr Karten verkaufen können. Die beiden Künstler lieferten ab, was sie per Programmtitel versprochen hatten: brasilianische Musik nach dem Motto „...und der Mond tanzt Samba“. Doch es war noch viel mehr als das. Neben einigen bekannten Stücken aus der Welt des Salsa und Bossa Nova zelebrierten die beiden Künstler gemeinsam mit Gastmusiker Daniel Zeinoun ihre ganz eigene Interpretation eines Lebensgefühls. Mit Eigenkompositionen – stets inspiriert vom Zauber des Mondlichts, dessen portugiesischer Begriff sich im Bandnamen wieder findet – nahmen sie ihr Publikum mit auf ihre Reise. Dabei ergänzten sich die drei Musiker auf faszinierende Weise: Der entfesselt spielende Schneider, auch zwischen den Stücken charmanter Widerpart zu seiner Musikpartnerin, und Zeinoun, der spontan Sequenzen auf der Trompete beisteuerte, gaben dem Auftritt einen satten Groove. Unwiderstehlich war die Bühnenpräsenz Ahlrichs, die ihre Liebe zu Brasilien als Austauschschülerin entdeckte. Mit einer beeindruckenden Stimmbreite wandelte sich die gebürtige Hiddestorferin von der sphärisch anmutenden Sagengestalt LuaMar, der Tochter der Mondfrau, in eine erdige Brasilianerin mit Leidenschaft in Herz und Bauch. Mit ein wenig Hall aus der technischen Trickkiste erzeugten die drei Künstler phasenweise Klangcollagen, zu denen Ahlrichs sogar fast täuschend echte Walgesänge anstimmte. Das Ende des Konzerts war absehbar. Vom Charme des Abends angesteckt bestand das Publikum auf drei Zugaben und verabschiedete LuaMar mit größter Hemminger Leidenschaft: Beim letzten Stück summten sie hörbar mit.
HAZ Leine Nachrichten 15.06.2009 Ihre Stimme beherrscht die ganze BühneMeike Köster & Band rocken im bauhofVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Poetische Texte, vielseitige Musik und eine faszinierende Stimme – Meike Köster hat gleich beim ersten Takt ihr Publikum gewonnen. Die Braunschweigerin war am Freitagabend zu Gast im Kulturzentrum bauhof. Mit Bassist Peter Stoschus und Schlagzeuger Christian Prescher standen der Sängerin gleich zwei erstklassige Musiker zur Seite. Und doch: Wenn Meike Köster spielt, ist es wie ein Soloauftritt. Mit ihrer Stimme beherrscht sie die Bühne, ihr exzellentes Gitarrenspiel prägt den Sound. Ihre deutschen und englischen Texte erzählen oft von Beziehungen, Sehnsüchten und Reisen. Sie mischen sich mit der Musik Nordamerikas – von Rock bis zu Elementen aus Jazz und Countrymusik. „Ich mag die Harmonien und den Rhythmus, die sind besonders gut für die Gitarre geeignet“, sagt Köster. Eines ihrer musikalischen Vorbilder sei Suzanne Vega. „Als ich vor Jahren ihre Stimme hörte, wusste ich, so etwas will ich auch machen“, fügt die Sängerin hinzu. Immer wieder suchte Meike Köster den Kontakt zum Publikum – und ermöglichte auch einen Blick hinter die Kulissen. Im bauhof zeigte sie den Zuschauern elektronische Hilfsmittel wie die Loop Station: Das Gerät nimmt kleine musikalische Folgen auf und spielt sie anschließend als Endlosschleife wieder ab. Zum Vergnügen des Publikums kreierte die Gitarristin aus einem Solostück ein ganzes Orchester mit zehn verschiedenen Stimmen. Die mehr als 60 Gäste im bauhof entließen Köster und Band nicht ohne Zugaben und mit viel Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 08.06.2009 Pianistin Roswitha Lohmer verblüfft mit selbstvergessenem SpielHEMMINGEN. Technisch perfekt, tiefgründig, selbstvergessen: Beim Auftritt der Pianistin Roswitha Lohmer im Kulturzentrum bauhof hat es an diesen Attributen wahrlich nicht gemangelt. In intimer Runde – 26 Zuhörer kamen am Freitagabend in den bauhof – spielte die ehemalige Meisterschülerin der italienischen und polnischen Musiker Guido Agosti und Mieczyslaw Horszowski anspruchsvolle Werke von Bach, Schumann, Liszt und Schubert. Freundlich, aber stumm betrat sie die Bühne. Mit zumeist geschlossenen Augen schien sie regelrecht in ihrem Spiel zu versinken. Für den eher als fröhlich und publikumsnah bekannten bauhof eine verblüffende Erfahrung. Selbst die Organisatoren wurden von der Pause zur Konzerthälfte überrumpelt – diese kündigte sich nur durch eine freundliche Verbeugung und den erneut stummen Abgang Lohmers an. So fühlte sich der Abend im Vergleich zu anderen Kulturerlebnissen im bauhof etwas blutarm an. Fazit: Nur für Liebhaber der klassischen Klavierliteratur, die auf den persönlichen Kontakt zum Künstler verzichten mögen. Diese jedoch belohnten Lohmer am Freitag am Ende mit viel Applaus.zo
HAZ Leine Nachrichten 11.05.2009 Musiktalente zeigen ihr Könnenhemmingen. Eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens haben am Sonntag neun- bis 17-jährige Musiktalente im Kulturzentrum bauhof geliefert. Vor rund 70 Zuhörern spielten die zwölf Schüler des früheren Nomos-Quartettmitglieds Sonja Maria Marks auf der Violine Werke von Cesar Franck, Berthold Hummel und Johann Sebastian Bach. „Wann beginnt die Musik? Mit dem ersten Ton oder doch schon vorher?“, stimmte Marks das Publikum vor dem Konzert auf eine spezielle Lehrmethode ein, nach der sie unterrichtet. Mit Hilfe der sogenannten Göthertschen Methode sollen die Jugendlichen Marks zufolge mehr lernen als die reine Spieltechnik. „Sie nehmen sich Zeit, eine Verbindung mit ihrem inneren Raum zu knüpfen und so die Musik auch schöpferisch zu erleben“, sagte Marks. Zudem gehöre viel Disziplin dazu, täglich mehrere Stunden zu üben. „Von vielen Leuten wird ein solcher Einsatz kaum gewürdigt“, lobte sie ihre Schüler. Ob es nun an der Lehrmethode lag oder einfach nur am Talent: Die jungen Violinisten überzeugten mit reifem und ausgefeiltem Spiel. Für ihre Vorträge erhielten sie langanhaltenden Applaus. zo
HAZ Leine Nachrichten 27.04.2009 Mephisto entpuppt sich als TerrierKarl-Heinz Helmschrot brilliert im bauhofDas war kongenialer Neuzeit-Goethe: Mit seinem Varieté-Theater-Comedy-Programm „Fast Faust“ hat der künstlerische Leiter des hannoverschen GOP, Karl-Heinz Helmschrot, am Sonnabend für Lachsalven im Hemminger bauhof gesorgt.
HAZ Leine Nachrichten 09.03.2009 Wilde Flötenläufe und ein langes PercussionsoloLatin-Jazz reißt Publikum mit – Trio Coppo spielt vor ausverkauftem Haus im Hemminger Kulturzentrum bauhofVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Eine Flöte, eine Gitarre und ein riesiges Schlagzeugarsenal – das sind die Instrumente des Trios Coppo. Mit Latin-Jazz begeisterten Gunnar Hofmann, Rolf Schawara und Carsten Tamme das Publikum im ausverkauften Kulturzentrum. „Wir hätten das Doppelte an Karten verkaufen können“, sagt Klaus Grupe vom bauhof erfreut. Der Rhythmus vom Trio Coppo ist von lateinamerikanischer Musik geprägt: Bossa Nova, Samba, Bolero und Salsa. „Als Bossa kann man eigentlich alles spielen“, erklärt Carsten Tamme dem Publikum in seiner lockeren Moderation. Und die Drei ließen Taten folgen. Ob „English Man in New York“ von Sting, Kompositionen von Chick Corea oder der Klassiker „Birdland? der Gruppe Weather Report – in jeder Interpretation schwingt der Klang aus Süd- und Mittelamerika mit. Auch JazzRock war dabei wie „On Brodway“ von George Benson. Carsten Tamme führte mit seiner Flöte das Trio musikalisch. Vor allem die mittleren und tiefen Lagen des Instruments nutzt er für wilde Läufe, Improvisationen und ungewohnte Klangfarben. Mit dem Gitarristen Gunnar Hofmann spielt er oft auf enger Distanz fast im Duett. Für viele Besucher war Schlagzeuger Rolf Schawara der Star des Abends. Sein rund zehn Minuten dauerndes Percussionsolo begann er auf dem aus Brasilien stammenden Berimbao, um schließlich wieder ans Schlagzeug zu wechseln. Nach drei Stunden endete der Abend mit Ovationen.
HAZ Leine Nachrichten 03.03.2009 Körner gibt im bauhof den KästnerVon lustig bis scharfzüngig: 80 Gäste erleben Vielfalt des Autorenvon stephan schwier Hemmingen-Westerfeld. Ob unterhaltsam wie im „fliegenden Klassenzimmer“ oder bissig wie in vielen seiner Gedichte – Erich Kästner war einer der vielseitigsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Davon konnten sich am Sonnabend 80 Gäste im Kulturzentrum bauhof überzeugen. Auf der Bühne stand der Erfurter Schauspieler Hans-Peter Körner mit seinem Programm „Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es!“ In einer bunten Mischung aus rezitierten Texten und Liedvorträgen spannte Körner den Bogen von der Politik bis zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Kästner hat gern mit scharfem Spott die Mächtigen der Welt aufs Korn genommen, wie im Lied „Es gibt Karrieren, die gehen durch den Hintern“. Die Fortschritte des Menschen beurteilte er lakonisch: „bei Licht betrachtet, sind sie noch immer die alten Affen“. Aber auch der Zeitgeist, das Theater, die Frauen und die Männer waren nicht sicher vor seinen Karikaturen. Meisterhaft setzten Körner und sein Pianist Martin Stephan die Texte in Sonette und Couplets um. Mit seiner Gestik und Mimik unterstrich Körner die Gedichte und Lieder und brachte das Publikum zum Lachen. Immer wieder verkörperte der Schauspieler die überzeichneten Figuren der Texte, als Caféhauskellner und verschüchterter Ehemann genauso gut wie als Stehgeiger und einschlafender Paukist im Orchestergraben. Körner zitierte im bauhof aber nicht nur Kästner. Vor allem in den Abschnitten über Frauen und Männer brachte er auch die Einsichten und Ansichten anderer Autoren zu Gehör. „Bei Kästner ist beim Thema Frauen ein Gedicht schlimmer als das andere“, sagte Körner. Frauen dienten dort vor allem als Lacherfolg. Und so durfte unter anderem auch Heinrich Heine herhalten, der über die Damenwelt schrieb: „... gefielen sie erst dann, wenn sie das Reden ließen.“
HAZ Leine Nachrichten 23.02.2009 Hess spielt Glocken und ZwergeSchauspielerin tritt im bauhof aufVon Stephanie Zerm Hemmingen-Westerfeld. Wie hält man eine Glocke davon ab, einfach wegzufliegen? Laut Schauspielerin Christiane Hess waren zumindest im Fall der Mandelsloher Glocke alle Versuche der Dinstorfer Bevölkerung vergebens, sie mit lautem Rufen am Davonfliegen zu hindern. Denn nach einer alten Sage sollen die frustrierten germanischen Götter Odin, Thor und Loki die Mandelsloher Glocke verhext haben – die dann prompt zu ihrer Jugendliebe, der Glocke Maria, im Niedernstöckener Kirchturm flatterte, um mit ihr durchzubrennen. In ihrem Solostück „Götter, Glocken, Gläubige – Sagen und Legenden aus dem Leinetal“ nahm die Schauspielerin Christiane Hess vom Neustädter Theater am Barg am Freitagabend im Kulturzentrum bauhof rund 70 Zuschauer mit in eine faszinierende, teils aberwitzige Sagenwelt rund um das Steinhuder Meer. Ohne Requisiten und ein aufwendiges Bühnenbild ließ Christiane Hess ratlose germanische Götter, liebestolle norddeutsche Glocken, lebensfrohe holländische Baumeister und eine Schar trauernder Zwerge scheinbar aus dem Nichts erscheinen. Mit gekonnten Dialekten und einer großen Darstellungskraft bewegte sich die 38-Jährige auf einem schmalen Grat zwischen Komik und Tragik und machte die Figuren aus den alten Sagen allein mit ihrer Mimik lebendig. Mit der Geschichtsstunde in norddeutschen Mythen hatte die Schauspielerin, die bereits im vergangenen Jahr im bauhof aufgetreten war, das Publikum von Anfang an gepackt. Die Zuschauer honorierten ihren kunstvoll inszenierten Soloauftritt mit zahlreichen Lachern und viel Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 09.02.2009 Ferrari Küsschen imitiert Rockröhre Tina am StockFrech und schräg: A-cappella-Gruppe parodiert WelthitsVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Was ist, wenn Tina Turner auch mit 80 Jahren noch auf der Bühne steht? Sylvia Reck von der A-cappella-Gruppe Ferrari Küsschen hat es dem Publikum im bauhof gezeigt: Mit Stock und geplagt von diversen Zipperlein betritt sie als Rockröhre die Bühne und heizt mit „Rolling on a River“ ein. Vor den fünf Sängern des Ensembles aus Hannover ist nichts sicher – weder Schlager und Swing noch die Hits von Megastars wie Abba. Mit einer Mischung aus Comedy und Parodie interpretiert Ferrari Küsschen die Hits der Welt auf ihre Weise. Wenn Sänger Volker Bublitz Heintjes „Mama“ eher grölt als singt und schluchzend vor einer älteren Zuschauerin in die Knie geht, bleibt kein Auge trocken. Sein Kollege Uli Meyer-Limberg gibt den Chansonsänger Gilbert Bécaud mit rauchiger Stimme. Haide Manns und Margarete Paulmann-Nisters sind die Spezialistinnen für Uraltschlager von Theo Mackeben und Otto Reutter, oft mit herrlich passender Mimik. Bei „Bell Ami“ holten sie sich einen passenden Mann aus dem Publikum auf die Bühne und beim Couplet „Der Überzieher“ durfte Zuschauer Heinz Badenberg mitmischen – als Garderobenständer. Mit Strass, Boas, Sonnenbrillen und anderen Accessoires setzten die fünf Sänger optische Höhepunkte. Der „Männerchor Goldene Kehle von 1738“ wirkt trotz falscher Rauschebärten wirklich echt. Auch stimmlich überzeugt Ferrari Küsschen. Wenn einer der fünf als Solist im Vordergrund steht, bilden die anderen einen hörenswerten Chor im Hintergrund. Sie imitieren Instrumente mit ihren Stimmen und ersetzen auf diese Weise fast ein Orchester. „Wir sind schon zum fünften Mal im bauhof“, sagte Volker Bublitz. Es sei immer eine schöne Stimmung. Klaus Grupe vom Kulturzentrum war begeistert über das volle Haus. „Wir hatten in diesem Jahr einen wirklich guten Start“, sagte er. Sehr Zufrieden waren auch die Zuhörer. Sie spendeten viel Applaus für Ferrari Küsschen.
HAZ Leine Nachrichten 02.02.2009 Ingeborg Gleichauf will die Werke von Frauen würdigenAutorin liest im Hemminger bauhof über Simone de BeauvoirVon Stephanie Zerm Hemmingen-Westerfeld. „Ich möchte berühmten Frauen den Platz einräumen, der ihnen gebührt.“ Das ist das Motto der Germanistin und Philosophin Ingeborg Gleichauf. Daher hat sie bislang auch ausschließlich Bücher über Frauen geschrieben, unter anderem über Hannah Ahrendt und Ingeborg Bachmann. Am Sonnabend las sie nun im Kulturzentrum bauhof aus ihrer neuen Biografie über Simone de Beauvoir. Entstanden ist das Buch im Januar 2008 zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir, die viele in erster Linie nur als Partnerin des Philosophen Jean-Paul Sartre kennen. Ihre Bedeutung als eigenständige Denkerin werde dabei jedoch oft übersehen, sagt Gleichauf. Sie schätze vor allem die klaren Äußerungen de Beauvoirs über das Alter, den Tod und das Dahinsiechen. „Simone de Beauvoir wollte sein wie keine andere“, sagt die 55-Jährige. „Die meisten anderen Menschen wollen dagegen so sein wie alle.“ Aus ihrem Buch hat Ingeborg Gleichauf im vergangenen Jahr bei Veranstaltungen in ganz Deutschland rund 40-mal gelesen. Ein neues Buch hat sie bereits in Planung. Es soll das erste werden, das sie nicht über eine Frau schreibt: Diesmal soll der Schriftsteller Max Frisch im Mittelpunkt stehen.
HAZ Leine Nachrichten 26.01.2009 Mit Viomando auf vertonte WeltreiseDie Gäste im Hemminger Bauhof genießen die Musik des Jazzgeigers Hajo HoffmannVon Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Wenn einer eine Reise tut – dann kann er sie vertonen. Bei Hajo Hoffmann ist das Programm. „Wenn mich etwas begeistert, setze ich es in Töne um“, sagt der hannoversche Jazzgeiger und Mandolinenvirtuose. Ob Afrika, Südamerika oder Russland: Immer springen bei Hoffmann interessante Jazz-Stücke dabei heraus, etwa über die Stadt Ouagadougou in Burkina- Faso oder eine alte Brücke im Senegal. Dabei fließen die Rhythmen ineinander, vom Samba bis zum griechischen Sirtaki. Die etwa 70 Zuhörer im Bauhof erlebten am Freitagabend mit dem Ethno-Jazz-Trio Viomando eine musikalische Weltreise. Hajo Hoffmann begeisterte mit seinem Spiel auf Mandoline und Geige. Immer wieder fand er neue Wege, die Instrumente klingen zu lassen: Mit zupfen, schlagen und streicheln. Mal entlockte er der Violine Klänge wie Walgesang, mal wirbelte der Bogen über die Saiten wie bei ungarischen Tänzen. Und Hoffmann war immer in Bewegung, oft war sein ganzer Körper mit der Musik beschäftigt. Maik Schwanke spielte die siebensaitige Konzertgitarre virtuos und setzte besonders mit seiner Komposition „7“ einen Glanzpunkt der Gitarrenmusik. Achim Seifert lieferte mit seinem E-Bass die solide Grundlage und holte das Instrument durch seine Spielweise aus dem Schatten eines Begleitinstruments und auf die Solistenbühne. Die drei Instrumentalisten schafften eher die Atmosphäre eines Kammermusikabends statt einer Jazz-Session. Das Publikum hörte gespannt zu und gab einen großen Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 20.01.2009 Trio spielt Jazz aus aller WeltHajo Hoffmann tritt mit Viomando im Kulturzentrum aufVon Stephanie Zerm Hemmingen. Das Viomando-Projekt des hannoverschen Jazzgeigers und Mandolinisten Hajo Hoffmann ist am Freitag, 23. Januar, im bauhof zu Gast. Die drei Musiker spielen für ihr Publikum Jazz aus allen Teilen der Welt. Das Viomando-Projekt steht für innovativen Folk-Jazz. In dieser Musik vereinen sich unterschiedliche Musikstile, die Hajo Hoffmann bei seinen Reisen durch Europa, Brasilien und Afrika kennengelernt hat und in seine Kompositionen einfließen lässt. Das Viomando-Projekt besteht bereits seit 1984 in verschiedenen Besetzungen um Hajo Hoffmann. Der Dozent für den Bereich Jazzstreicher und Mandoline an der Musikhochschule Hannover studierte in Rio de Janeiro Mandoline und in Köln Violine. Hoffmann trat als Mandolinist und Geiger unter anderem bei Heinz Rudolf Kunze auf und reiste viele Jahre für das Goethe-Institut durch die Welt. Bei seinem Auftritt im bauhof in Hemmingen spielt Hoffmann eine viersaitige Ovation-Mandoline. Maik Schwanke begleitet ihn auf einer siebensaitigen Konzertgitarre, Achim Seifert auf dem E-Bass. HAZ Leine Nachrichten 20.01.2009 bauhof bekommt LeuchtschildDer Kulturverein bauhof zieht eine durchweg positive Bilanz der vergangenen Saison. Etwa 35 Veranstaltungen wollen die rund 120 Mitglieder für die nächsten Monate organisieren. Von Mellanie Caglar Hemmingen-Westerfeld. „Beim kulturellen Angebot 2008 haben wir einige Volltreffer gelandet“, sagte bauhof-Vorsitzender Klaus Grupe gestern erfreut. „Viele Veranstaltungen waren ausverkauft.“ Der jährliche Zuschuss der Stadt in Höhe von 10?000 Euro biete eine sichere Basis für die Arbeit des Vereins. Grupe lobte auch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen. Die neue Spielzeit habe mit Friedhelm Kändler, der am Freitag auf der Bühne stand, gut begonnen. Grupe ist optimistisch, dass das zehnte Jahr des Vereins, den zwölf Kulturinteressierte Ende 1999 gegründet haben, erfolgreich verläuft. Rund 35 Angebote sollen auf dem Programm stehen, der bauhof nimmt wieder am Kultursommer teil und bietet erneut seine Kabarettwochen an, sagte der Vorsitzende. Nach Ostern stellt der Hemminger Maler Stefan Lang im Kulturzentrum an der Dorfstraße aus. „Er war der erste Künstler, der bei uns ausgestellt hat“, erinnerte sich Grupe. Ein kultureller Höhepunkt ist für den 25. Oktober anlässlich des zehnjährigen Vereinsbestehens geplant. Näheres über das Programm verriet der Vorsitzende noch nicht. Bald steht eine kleine bauliche Veränderung an: Ein Leuchtschild mit bauhof-Schriftzug wird an der Außenfassade montiert. Die Bühne hat inzwischen eine Umrandung mit Seitenteilen erhalten, neue Mikrofone wurden angeschafft. Auf dem Wunschzettel der Mitglieder steht noch eine Beleuchtung im Eingangsbereich des Gebäudes, sodass die Einfahrt erhellt wird. Auch will der Verein sein Büro technisch aufrüsten, in neue Stühle für die Bühne sowie Headsets für die Künstler investieren.
HAZ Leine Nachrichten 19.01.2009 Kändler trägt bizarre Gedichte vorHemmingen-Westerfeld. Der Jahresauftakt im Kulturzentrum bauhof ist gelungen: Bei dem Auftritt des Kabarettisten und Sprachkünstlers Friedhelm Kändler aus Hannover gab es kaum noch freie Plätze. „Die Karten sind alle bereits im Vorverkauf weggegangen“, sagt Pressesprecherin Ingrid von Drahten. Lediglich zwei Karten habe es noch an der Abendkasse gegeben. „Wir wollten den Besuchern bei unserer ersten Veranstaltung im neuen Jahr etwas ganz Besonderes bieten.“ Insgesamt 100 Besucher sahen das Programm „Friedhelm Kändler lebend“ und erfreuten sich an den bizarren Sprachspielen des selbsternannten Wowoeten.zer/Mehr auf Seite 8
HAZ Leine Nachrichten 19.01.2009 Kändler: Befruchten Sie sich in der Pause gegenseitigVon Stephanie Zerm Hemmingen-Westerfeld. Wowo ist Kändlers Antwort auf Dada. Und dass Kändlers Wowoismus manchmal auch ein bisschen gaga ist, konnten die Besucher im bauhof am Freitagabend live erleben. Friedhelm Kändler interpretiert die Grammatik und die Poesie völlig neu. So erzählte er das „Mehrchen“ vom Flusspferd, das sich nach „mehr“ sehnt und erst zum „Seepferd“ und dann zur „Schindmeere“ mutiert. Und Kändlers „Dornröschen“ reimt sich auf „Fröschen“. In seiner Interpretation des Märchens buhlt das Grüntier um die Gunst der Prinzessin, die jedoch unter einer Frosch-Phobie leidet und das Tierchen an die Wand wirft. Und die Moral von der Geschichte: „Manche Liebesgeschichten enden mit Flecken an den Wänden“, reimt Kändler. Auch für die deutsche Grammatik hat der Dichter Eselsbrücken parat. Den Genitiv könne man sich so merken: „In der Nähe des Wassers, geh nie tief.“ Und den Dativ: „Da tief.“ Kändler spielt mit der Sprache in schwindelerregender Geschwindigkeit. Vor der Pause hält er einen Obstkorb als „Zugabe“ parat. „Geben Sie einem anderen Zuschauer ein Stück Obst als Zeichen des erotischen Wohlgefallens. Wer ganz viel Angst hat, kann eine Feige verschenken. Und Narzisten einen Für-sich.“
HAZ Leine Nachrichten 15.12.2008 Leuchtende Farben für UnicefKultur 2: Christian Junghans stellt im Hemminger bauhof ausVon Stephan Schwier
HAZ Leine Nachrichten 11.12.2008 Neopop-Kunst hilft Schulkindern in AfrikaChristian Junghanns stellt im Hemminger bauhof ausNeopop-Kunst des gebürtigen Hannoveraners Christian Junghanns ist bis Mitte Januar im Kulturzentrum bauhof zu sehen. Die Schau des international renommierten Künstlers steht unter der Schirmherrschaft von Unicef Hannover. von Stefan Vogt Hemmingen-Westerfeld. In den Räumen an der Dorfstraße zeigt Junghanns neueste Arbeiten. Seine elf Exponate – charakterisiert als plakativ, lebendig und emotional – verdichten oder verfremden auf individuelle und überraschende Art und Weise Alltagsbanalitäten zu skurrilen Elementen. Bei den Betrachtern weckt dies Erinnerung an Andy Warhol und Keith Haring. Seine Werke waren unter anderem in Amsterdam, Hannover und nicht zuletzt in der Royal Academy of Arts in London zu sehen. Im Hemminger bauhof hatte Junghanns im Mai 2007 mit einer fünfwöchigen Kunstaktion Aufmerksamkeit erregt. Mit der Ausstellung unterstützt Junghanns das Unicef-Projekt „Schulen für Afrika“. Dieses eröffnet mit dem Bau von Einrichtungen die Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen durch Bildung an der gesellschaftlichen Entwicklung und am Wohlstand teilhaben zu lassen. Einen Teil des Verkaufserlöses seiner Arbeiten spendet Junghanns für dieses Projekt.
HAZ Leine Nachrichten 08.12.2008 Old Virginny-Jazzer sind Erste auf neuer BühneKultur 3: Ausverkauftes Haus im bauhofHEMMINGEN. Großer Andrang hat am Sonntagvormittag in den Räumen des Kulturzentrums bauhof geherrscht: Mehr als hundert Besucher wollten das Weihnachtskonzert der Formation Old Virginny Jazzband sehen. „Schon der Vorverkauf ist sehr gut gelaufen“, berichtete bauhof-Sprecherin Ingrid von Drathen. Die Musiker rund um den Bandleader und Trompeter Rainer Topp servierten flotte Jazzrhythmen und lockere Ansagen. Beides honorierten die Zuhörer mit viel Applaus.
HAZ Leine Nachrichten 02.12.2008 Weihnachtsmuffel warten auf OsternKultur 2: Kabarett-Duo Die Steptokokken spielt und singt im ausverkauften bauhofVon Achim von Lüderitz
HAZ Leine Nachrichten 17.11.2008 Böse Spitzen Richtung BayernKultur 1: Thomas Philipzen witzelt und wirbelt im Hemminger Kulturzentrum bauhofDas Hemminger Kulturzentrum bauhof hat in seiner Kabarettreihe am Freitag einem Geheimtipp die Bühne überlassen. Von Stephan Schwier Hemmingen-Westerfeld. Schon nach wenigen Worten hatte Thomas Philipzen die Zuhörer für sich gewonnen. Schlag auf Schlag servierte der Kabarettist am Freitagabend im bauhof ein Menü aus politischem Kabarett und Comedy. Ob Politik, Prominente, Sportler oder das Gesundheitssystem, Philipzen ließ kaum ein Thema aus. Bei seinen Gags und Pointen blieb kein Auge trocken. Immer wieder gab es Lachsalven der 100 Gäste. Für Philipzen ist Berlin die Spaßhauptstadt der Republik: „Da gibt es Fahrradrikschas. Da kannst du selbst mal die Peitsche schwingen. Ich hab bis Kreuzberg bezahlt, aber bis Leipzig gepeitscht.“ Auch die Politik nahm er auf die Schippe: Angie und Bush als Verliebte auf dem G-8-Gipfel. Oder er schoss böse Spitzen nach Bayern. Dass man Bruno den Bären erlegt habe, sei schon seltsam: „Die CSU kann doch mit Braunem, das über die Alpen kommt, immer etwas anfangen.“ Bei dem Eisbären Knut sei es anders. „Ist halt ein Weißer“, sagte Philipzen. Er karikierte zudem die Sprache seiner Heimat Westfalen. Dort sage man „Schatz, nimm das Fahrrad für nach zum Bahnhof hin zu fahren.“ Doch nicht nur sprachlich zeigte sich Philipzen gut aufgelegt. Mit Mimik, ausladenden Gesten und Riesenschritten agierte er auf der Bühne. Er setzte sich ans Klavier, nur um gleich wieder aufzustehen und unablässig weiter zu plaudern. Diese besondere Bühnenpräsenz ist ein herausragendes Merkmal von Thomas Philipzens Auftritten.
HAZ Leine Nachrichten 03.11.2008 Die Kabarettwochen sind fast ausverkauftKultur 1: Andrea Badey stichelt im bauhof gegen die MännerweltHemmingen liebt Komik: Die Kabarettwochen des Kulturzentrums bauhof scheinen auch im zweiten Jahr den Nerv des Publikums zu treffen. Am Sonnabend hieß es erneut: Vorstellung ausverkauft. VON PETRA ZOTTL HEMMINGEN. „Männer, geht in Deckung“ – so hätte der Untertitel des Kabarettprogramms der Oberhausener Schauspielerin, Sängerin und Komödiantin Andrea Badey lauten können. Dabei klang der offizielle Titel zunächst ganz harmlos: „Geld allein? macht nicht unglücklich – Gewinnausschüttung aus der neuen Unterschicht“. „Schön, dass Sie alle da sind – mal sehen, ob sie auch bleiben“, begrüßte Badey die rund 100 Zuschauer und erntete erstes Gekicher. Mit Kohlenpottcharme parlierte „die Baaadey“ über die Sorgen und Nöte des kleinen Mannes oder besser: der kleinen Frau. Ob es nun um den Filmklassiker „Frühstück bei Tiffany“ ging, bei dem „die Äuutrey“ wegen ihrer schlanken Silhouette den Grad der eigenen figürlichen Frustration noch erhöhe, oder um die frisch von einem Siemens-Manager geschiedene Schulfreundin Carola, deren Sorgen sich vor allem um den Standard drehen, den „man sich ja mal erbeutet hat“ – nichts war vor der spitzen Zunge Badeys sicher. „Man muss sich vor intelligenten Männern in Acht nehmen – man erkennt deren Blödheit ja nicht sofort“, stichelte die Kabarettistin und erntete vor allem von den Frauen viel Gelächter und Applaus. Die Reaktionen vieler männlicher Zuschauer hingegen waren eher verhalten. bauhof-Chef Klaus Grupe äußerte sich hochzufrieden über den Auftakt der Kabarettwochen, die eine Erfolgsgeschichte zu werden scheinen: Die Folgeveranstaltung am nächsten Wochenende mit der Gruppe „Herzen in Terzen“ ist bereits ausverkauft. Nur für den Best-of-Auftritt des Kabarettisten Thomas Philipzen in zwei Wochen sind noch Karten erhältlich.
HAZ Leine Nachrichten 27.10.2008 Guter Ton von damals kommt gut anDas Bremer Ensemble Grammophon & Schellack gastiert im Hemminger bauhofVon Achim von Lüderitz Hemmingen. Der Erste Weltkrieg war vorbei, der Schwarze Freitag an der Börse gehörte der Vergangenheit an – den Goldenen Zwanzigern stand nichts mehr im Wege. Etwas von der Ausgelassenheit dieser Zeit präsentierte das Bremer Quartett Grammophon & Schellack am Sonnabend zwei Stunden lang im Hemminger Kulturzentrum bauhof – sehr zur Freude der rund 70 Zuhörer. „Besonders erfreulich war es, dass nicht nur die älteren Semester gekommen waren, sondern sich viele Besucher um die 40 in die Vergangenheit entführen lassen wollten“, sagte Klaus Grupe, Vorsitzender des Hemminger Kulturvereins, zufrieden. Die vier Herren präsentierten sich in Frack und Zylinder, wie das bei Bühnenauftritten vor mehr als 80 Jahren üblich war. „Sie glauben gar nicht, wie unbequem die Klamotten sind“, sagte seufzend Sänger Stan Hemken, der unterhaltsam durch das Programm führte, und tupfte sich den Schweiß unter dem Zylinder ab. Der gute Ton von damals geht auch heute noch ins Ohr. Mit seiner etwas nasalen Stimme wäre Frontmann Hemken sicher eine Bereicherung für die Comedian Harmonists gewesen, von denen auch einige Lieder zum Programm des Bremer Quartetts gehörten. Begleitet wurde Hemken von Klaus Heuermann (Violine), Stephan Werner (Bass) und Achim Blase (Akkordeon). Lieder wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Was machst du mit dem Knie, lieber Hans“ und „Du hast Glück bei den Frauen Belamie“ haben die vergangenen acht Jahrzehnte schadlos überstanden. Die Musiker animierten die Besucher zum Mitsummen und Mitklatschen, die Beine wippten im Takt fast automatisch mit. Das Quartett präsentierte mit Leib und Seele die Gute-Laune-Lieder. Auch Stücke aus neuerer Zeit wie Max Raabes „Kein Schwein ruft mich an“ gaben die Vier zum Besten.
HAZ Leine Nachrichten 29.09.2008 Charme der Weltmusik beeindrucktKultur 2: bauhof zeigt triotoasthawaiivon petra zottl hemmingen. An der musikalischen Qualität lag es nicht: Vor nur rund 30 Besuchern hat am Sonnabend das Hildesheimer Quartett triotoasthawaii im Kulturzentrum bauhof einen beeindruckende Querschnitt durch die Straßenmusik der Welt geliefert. „Egal ob vor zwei oder 20 Zuschauern - es wird gut“, hatte bauhof-Vereinschef Klaus Grupe vor dem Konzert versprochen. Und er behielt recht: Ann-Kathrin Blohmer, Katharina Pfänder, Felix Blohmer und Markus Neumann servierten in perfekt abgestimmtem Spiel ein Programm, das von russischen Volksweisen und jiddischer Klezmermusik über Balkantangos bis hin zu spanischen Liedern, deutschen Schlagern und Filmmusikadaptionen reichte. Sängerin und Akkordeonspielerin Ann-Kathrin Blohmer nahm das Publikum mit charmanten Ansagen und feinem Soprangesang in mehreren Sprachen für sich ein. Für Heiterkeit und Beifall sorgte unter anderem ihre Interpretation des jiddischen Liebesliedes „Janosch“. Einem wandelnden Instrumentarium gleich machte Musiker Felix Blohmer Eindruck: Im Konzert wechselte er zwischen Saxofon, Klarinette, Gitarre und Percussioninstrumenten wie Bongotrommeln und spanischen Kastagnetten hin und her. Ihrem Anspruch, Straßenmusik in konzertanter Qualität abzuliefern, wurden die vier Musiker mehr als gerecht. Viel Beifall war ihr verdienter Lohn.
HAZ Leine Nachrichten 22.09.2008 Leon Ehnert beherrscht das GeschehenDas Theater KA begeistert das Publikum im Hemminger bauhof mit seiner Aufführung des Dramas „Equus“Mit dem Drama „Equus“ des englischen Autors Peter Shaffer hat das siebenköpfige Theater KA aus Hannover im Hemminger bauhof Station gemacht.
HAZ Leine Nachrichten 16.09.2008 Engel mit Stock und ZylinderMatthias Brodowy und Detlef Wutschik zeigen gelungenen Mix zweier GenresBeißenden Spott und stechende Pointen haben der Kabarettist Matthias Brodowy und Puppenspieler Detlef Wutschik bei ihrem ungewöhnlichen Auftritt im Kulturzentrum bauhof präsentiert. Von Mellanie Caglar Hemmingen. Ein alter, schrulliger Herr mit Zylinder und Stock betritt die Bühne. Bert Engel ist sein Name. Er ist Entertainer der alten Schule und in der Nacht geboren, als der Eisberg die Titanic rammte. Engel ist eine lebensgroße Puppe. Den agilen Greis hat sich der überragende Puppenspieler Detlef Wutschik vor den Leib geschnallt. Er erfüllt die Puppe mit Leben. Wutschik ist am Wochenende mit Matthias Brodowy, der ihm als Kabarettist und Pianist zur Seite stand, im ausverkauften Hemminger Kulturzentrum bauhof aufgetreten. Die beiden Männer verknüpften gekonnt zwei Genres miteinander. Sie traktierten mit dem Bühnenprogramm „Bert Engel sagt Tschüss“ das Zwerchfell der Besucher. „Guten Abend Hamburg“, begrüßte Engel seinen Partner Brodowy, der ihm daraufhin schnell „Hemmingen“ ins Ohr flüsterte. Engel nickte. Der große Mann der Abendunterhaltung verkündete prompt: „Ich begrüße auch alle aus Hemmingen.“ In Engels Show weiß niemand vorher, was passiert – am wenigsten er selbst. So sollte plötzlich sein Azubi Brodowy zaubern. Trotz heftigster Proteste hatte Brodowy keine Chance, sich gegen seinen Boss durchzusetzen. Bitter für ihn – hatte er doch keinerlei Erfahrungen als Magier. Wen verwunderte es – vor den Augen des gebannten zuschauenden Publikums verlor der Hamburger Werner Momsen durch eine Zauber-Guillotine seine rechte Hand. Momsen nahm es gelassen: „Das scheint meine zu sein.“ Bei den Zuschauern kam das Programm hervorragend an. Sie gaben für den Abend mit Puppen, Musik und trotz dritter Zähne viel Biss anhaltenden, intensiven Beifall. HAZ Leine Nachrichten 08.09.2008 So poetisch kann eine Rolltreppe seinThommi Baake spult Schmalfi lme ab und lässt sein Publikum ratenVON Mellanie Caglar Hemmingen. Rund 50 Schmalfilmfreunde haben sich am Freitagabend im Kulturzentrum bauhof mit Comedian Thommi Baake auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begeben. An runden Tischen sitzend schauten sie sich Kurzfilme aus vier Jahrzehnten an. Baake begrüßte das Publikum in einem schrillen, rosafarbenen Anzug. „Der ist aus den siebziger Jahren“, berichtete der hannoversche Kabarettist und Komödiant. „Ich selbst bin aus den Sechzigern.“ Als erstes zeigte er den Film „Udo bekommt einen neuen Anorak“, einen mehr als 30 Jahre alten Lehrfilm des Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU). Während der Vorführung des damals durchaus ernst gemeinten Beitrags brachte Baake die Zuschauer durch unterhaltsame Moderation und Zwischenrufe immer wieder zum Lachen. Diese lasen nicht nur laut und schmunzelnd den Untertitel mit, sondern merkten sich auch Details, denn Baake lud sie anschließend zum Quiz ein. Kleine, unnütze Preise gab es zu gewinnen, beispielsweise ein Ansteckpin der Mainzelmännchen und eine angefangene Packung Cappuccinopulver. Für die richtige Antwort zu einer Süßigkeit in einem großen Kaufhaus erhielt ein Besucher sogar eine alte Schallplatte. Baake ließ sich auch zu manch gewagter Filmkritik herab. So lobte er die beeindruckende Regieführung in einem Lehrfilm: Die Nahaufnahme der Rolltreppe sei in seinen Augen ein Stück Poesie. HAZ Leine Nachrichten 21.08.2008 Matthias Brodowy ist wieder dabeiSommerpause endet: Mit vielseitigem Programm geht der bauhof in den Septembervon Mellanie Caglar Hemmingen-Westerfeld. Das Kulturzentrum bauhof beendet seine Sommerpause und bietet im September ein attraktives Programm mit Theater, Musik und originellen Showeinlagen. Den Auftakt macht Thommi Baake am Freitag, 5. September. Ab 20 Uhr präsentiert er in seinem zweieinhalbstündigen Schmalfilmkabarett eine Mischung, die einzigartig ist. Er zeigt ein Potpourri aus skurrilen, schönen und unfreiwillig komischen Filmen aus den fünfziger bis achtziger Jahren. Dabei reichen die Themen von einem Aufklärungsfilm, B-Movies und Werbung aus den sechziger Jahren bis hin zu Lehrfilmen aus den Siebzigern. „Der Filmabend ist eine gute Ergänzung unseres Programms“, sagt bauhof-Chef Klaus Grupe. Ein ausverkauftes Haus verspricht der Abend mit Matthias Brodowy. „Er ist zum fünften Mal in zwei Jahren da“, sagt Grupe erfreut. Doch der Kabarettist kommt am Sonnabend, 13. September, nicht allein. Ab 20 Uhr traktieren er und Detlef Wutschik das Zwerchfell der Zuschauer mit „Bert Engel sagt Tschüss“ – Kabarett und Puppenspiel treffen aufeinander, wenn Bert Engel sein Leben Revue passieren lässt. Das Theater Ka ist zum achten Mal im bauhof. Am Freitag, 19. September, geben die Amateurschauspieler ab 20 Uhr „Equus“, ein Drama von Peter Shaffer, zum Besten. „Ich finde sie super und bin verblüfft, was sie als Amateure auf die Bühne bringen“, lobt der bauhof-Vorsitzende. Dias von Reisen ins Taubertal zeigt Manfred Miller am Dienstag, 9. September, ab 19.30 Uhr. Weltmusik erklingt, wenn das Trio Toast Hawaii am Sonnabend, 27. September, ab 20 Uhr auf der Bühne steht. „Bis Dezember haben wir ein dichtes Programm. Da haben wir uns ganz schön e_SSLqwas vorgenommen“, sagt Grupe. „Die Veranstaltungen haben richtig gute Qualität.“ Das Herbstprogramm bezeichnet er als runde Sache. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei et cetera am Rathausplatz in Hemmingen-Westerfeld, bei Schreibwaren Petersen an der Göttinger Straße in Arnum, in der Bücherecke an der Dammstraße in Pattensen sowie in der Kulturbox im Foyer des Laatzener Rathauses.
HAZ Leine Nachrichten 07.07.2008 Humor kommt beim Publikum an85 Besucher erhalten im bauhof vergnüglichen Einblick ins Leben der Brüder GrimmVON PETRA ZOTTL
HAZ Leine Nachrichten 26.05.2008 Schonungslose Einblicke in die Komik des AlltagsMusikkabarettistin Uta Köbernick verblüfft Publikum im bauhofHemmingen. Verstörend dicht am eigenen Alltag und unwiderstehlich komisch: Die Musikkabarettistin Uta Köbernick hat am Freitagabend zahlreiche Besucher im Kulturzentrum bauhof amüsiert. Die 1976 in Ost-Berlin geborene Köbernick wagte mit ihrem Programm „Sonnenscheinwelt“ einen faszinierenden Spagat aus Wortakrobatik, poetischer Dichtung und rabenschwarzer Musiksatire.
HAZ Leine Nachrichten 19.05.2008 Repertoire mit viel RaffinesseJazztrio Witchcraft brilliert im bauhofVon Mellanie Hartung
HAZ Leine Nachrichten 28.04.2008 Vorspiel beeindruckt PublikumMusikschüler spielen bei KlassikmatineeHEMMINGEN. Sieben junge Mehrfach-Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert haben gestern rund 90 Zuschauer ins Kulturzentrum bauhof gelockt. Die Musiker – sechs von ihnen Schüler der Musikschule Hemmingen – traten im Rahmen einer kostenlosen Klassikmatinee auf, zu der der Rotary-Club Calenberg-Pattensen eingeladen hatte.
HAZ Leine Nachrichten 14.04.2008 bauhof-Besucher tanzen und singen ausgelassenZweite Vinylparty im Kulturzentrum trifft den Nerv des PublikumsHEMMINGEN. „Jagau mischt den bauhof auf!“– Mit diesem Ausruf hat ein Besucher die Publikumsmeinung zur zweiten Vinylparty im Kulturzentrum bauhof auf den Punkt gebracht. Gut 70 Schallplattenfreunde waren am vergangenen Freitagabend erschienen, um die Musikhelden der sechziger bis achtziger Jahre zu feiern. Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht und Regionspräsident Hauke Jagau brachten ihre eigenen Plattensammlungen mit und erfüllten zahlreiche Musikwünsche.
HAZ Leine Nachrichten 07.04.2008 Präzision auf zwölf SaitenHemmingen-Westerfeld. Es war ein Genuss für die Ohren, angerichtet vom Duo Twelve Strings. Die Gitarristen Thomas Glatzer und Matthias Wiesenhütter boten am Freitagabend den rund 50 Gästen im Hemminger bauhof ein anspruchsvolles und brillantes Konzert. Sie zeigten einen Querschnitt durch die Gitarrenmusik – rasant gespielt. In „Andalusia“ erklangen spanische Elemente und „Bachsches Fugenzeug“, wie Thomas Glatzer salopp formulierte. Mit Berliner Humor würzten sie ihre Moderation. Den schnellen Titel Hot Dance kündigte Wiesenhütter mit den Worten an: „Jetzt wird es ein bisschen sportlicher“. Piano oder forte, sanft oder kraftvoll – mühelos variierten Twelve Strings Tempo und Charakter ihrer Kompositionen. Bei „Klang des Herbstes“ spannten sie den Bogen vom Nieselregen bis zum Herbststurm. Twelve Strings begeisterte die Zuhörer mit Präzision und gelungenem Stilmix. shw
HAZ Leine Nachrichten 04.03.2008 Jazzfans erkunden die Welt der NDWTake 2 serviert im bauhof spannende Arrangements von deutschen Achtziger-HymnenVON PETRA ZOTTL
HAZ Leine Nachrichten 25.02.2008 Das Publikum seufzt leise und zufriedenKultur 2: Das Tango-Orchester Faux Pas weckt beim Konzert im bauhof viele EmotionenVon mellanie hartung
HAZ Leine Nachrichten 18.02.2008 Quartett präsentiert Power-JazzKultur 2: Hargassner reißt Zuschauer mit
HAZ Leine Nachrichten 11.02.2008 Mimik zaubert Götter herbeiChristiane Hess lässt in ihrem Soloprogramm Sagen und Legenden auflebenDer Theaterabend im bauhof am Freitag ist offenbar ganz nach dem Geschmack des Publikums gewesen. Auf diese Weise hatten die Zuhörer die Sagen und Legenden aus ihrer Region noch nie gehört und gesehen. Die Schauspielerin und Theaterpädagogin Christiane Hess vom Theater am Barg aus Neustadt überzeugte mit ihrem Solospiel „Hexen, Heiden, Heilige“.
HAZ Leine Nachrichten 04.02.2008 Leben ohne Ding löst die Befangenheit in Luft aufHAZ-Kolumnisten Imre Grimm und Uwe Janssen erheitern ihr Publikum im ausverkauften Kulturzentrum bauhofVON PETRA ZOTTL
HAZ Leine Nachrichten 28.01.2008 Otto Reutters Ratschläge gelten noch heuteHemmingen. Heiter und nachdenklich, unterhaltsam und informativ hat Hans-Peter Körner am Sonnabend im Hemminger Veranstaltungszentrum bauhof an den Schauspieler und Salonhumoristen Otto Reutter erinnert. Mit großem Erfolg präsentierte er den Besuchern eine erlesene Auswahl von bekannten und bislang unbekannten Couplets seines berühmten Vorgängers.
HAZ Leine Nachrichten 21.01.2008 Bissiges über die Latex-RätinKultur 1: Matthias Brodowy überzeugt sein Publikum im ausverkauften bauhofMit seinem sechsten Solo-Programm „Allergie – irgendeine hat jeder“ ist der Kabarettist Matthias Brodowy im ausverkauften bauhof aufgetreten. Ihm gelang dabei ein fulminanter Erfolg.
HAZ Leine Nachrichten 03.12.2007 Hemminger bauhof zieht positive SaisonbilanzZusammenarbeit mit Sponsoren soll weiterhin Qualität der Veranstaltungen sichernVon Stephan Schwier
HAZ Leine Nachrichten 19.11.2007 Jael Jones lockt die Jazzfans in den bauhofHannoversche Soulsängerin sorgt für ein ausverkauftes Haus
HAZ Leine Nachrichten 13.11.2007 Viel Ungeniertes aus dem LiebeslebenEine Teestunde mit Witz: Norbert Labenz liest im bauhof – Karl-Heinz Edrich spielt Klavier
HAZ Leine Nachrichten 15.10.2007 Bräutigam badet in Lachsalvenbauhof: Publikum feiert Hölbling
HAZ Leine Nachrichten 08.10.2007 Junge Väter sinnieren über ihre LeidenDas Duo Faberhaft Guth brilliert im bauhof und bietet ein rasantes Kabarett-ProgrammVon Mellanie Hartung
HAZ Leine Nachrichten 01.10.2007 Kuster rüpelt sich in Herzen des PublikumsPotsdamer Kabarettistin singt scharf zurück
HAZ Leine Nachrichten 24.09.2007 Musiker lassen ihre Finger virtuos über die Saiten tanzenDas Musikertrio Sturm und Drang aus Norwegen spielt im Bauhof
HAZ Leine Nachrichten 17.09.2007 Ein guter Tropfen macht die Mordgeschichte rundDer Berliner Autor Paul Grote verbindet seine Krimilesung im Kulturzentrum Bauhof mit einer WeinprobeVON ANDRÉ NOWAK
HAZ Leine Nachrichten 10.09.2007 Brasilianische Musik vertreibt die HerbststimmungÁgua de Coco verzaubert Zuhörer im BauhofVON STEPHAN SCHWIER
HAZ Leine Nachrichten 18.08.2007 Wasser zerstört das Parkett im bauhofTrockengeräte arbeiten Tag und NachtEin winziges Leck in einer Wasserleitung hat Teile des Auftrittsraumes im Kulturzentrum bauhof unter Wasser gesetzt. Jetzt arbeiten alle mit Hochdruck an der Renovierung.
HAZ Leine Nachrichten 09.07.2007 Jazz-Trio lässt seine Musik im Bauhof sanft nachklingenAnja Mohr beeindruckt mit Kompositionenvon Stephan Schwier
HAZ Leine Nachrichten 11.06.2007 Applaus für beredtes SchweigenClown Bulipp tritt im bauhof auf
HAZ Leine Nachrichten 22.05.2007 bauhof wird zum AtelierChristian Junghanns malt vor BesuchernHEMMINGEN. Weiße Wände, eine leere Leinwand, unbenutzte Farben und Pinsel auf dem Tisch: 24 Besucher haben am Sonntag im Kulturzentrum bauhof einen ungewöhnlichen Auftakt einer Kunstausstellung mit dem Titel „Malmaschine“ erlebt.
HAZ Leine-Nachrichten 14.05.2007 Duo spielt erotische Lieder von Mozart bis MonroeSängerin und Pianist gastieren im Kulturzentrum bauhofvon Corinna Korthals
HAZ Leine-Nachrichten 07.05.2007 Kultur 1: Dudel lässt sich bejubelnHEMMINGEN. Perfekte Jubeltour: Gleich zweimal hat die hannoversche Diseuse Alix Dudel am Wochenende das Kulturzentrum bauhof restlos gefüllt. Unter dem Motto „Alles passiert immer mir – Jubeltour 2007“ servierten die sichtlich gut gelaunte Sängerin und ihr Pianist Peter Müller am Freitag und Sonnabend eine gelungene Mischung aus Couplets und Gedichten, unter anderem von Friedhelm Kändler und Georg Kreisler.
HAZ Leine-Nachrichten 23.04.2007 60 Zuhörer lauschen MusiktalentenHEMMINGEN. Von Mozart bis Kenny G. war alles dabei: Vier junge Musiker haben am Sonntagvormittag ihr Publikum im Kulturzentrum bauhof fasziniert.
HAZ Leine-Nachrichten 16.04.2007 Brasilianische Musik für Liebhaber erklingt im bauhofGitarrist Yorio da Costa Goncalvez spielt mit Band im Kulturzentrumvon Corinna Korthals
HAZ Leine-Nachrichten 20.03.2007 Ein kleines Wunder aus der HoseHemmingen. Kleine Brötchen zu backen, ist nicht Desimos Ding: Schon zu Beginn seines Auftritts im ausverkauften Kulturzentrum bauhof am Sonnabend verspricht der Entertainer und Zauberer den 100 Gästen Lichteffekte wie in einer Show aus der Casinostadt Las Vegas. Zum Beweis schnippst er einmal mit seinen Fingern, und die Lichtorgel auf der Bühne leuchtet. Sein Programm „Lass es uns tun“ beginnt.
HAZ Leine-Nachrichten 13.03.2007 Trio lockt Gäste aus der ReserveIt’s M.E. spielt Blues im bauhofHEMMINGEN. Mit einer satten Ladung Blues, Swing und jazzigem Soul sowie Rock ’n’ Roll hat die dreiköpfige Band It’s M.E. ihr Publikum im Kulturzentrum bauhof aus der Reserve gelockt. Sängerin Martina Maschke, Keyboarder Ecki Hüdepohl und Schlagzeuger Sven Petersen hatten es am Sonnabendabend anfangs ein wenig schwer, die 45 Zuhörer mitzureißen.
HAZ Leine-Nachrichten 05.03.2007 Pressnummer sorgt für viel GelächterHemmingen. Mit hochrotem Kopf stand er auf der Bühne. Der Hut wippte auf seinem Kopf unruhig hin und her, der Schweiß rann über seine Schläfen. Kabarettist Hans-Peter Körner hatte seine Wangen prall mit Luft gefüllt und presste, presste, presste. „So fühlt es sich an, wenn man Verstopfung hat. Wenn man muss, aber nicht kann“, erläuterte er den 100 Zuschauern im Kulturzentrum anschaulich. Diese hielten sich vor Lachen schon längst den Bauch.
HAZ Leine-Nachrichten 26.02.2007 Eine Reise über die Achterbahn des LebensDuo Vis à vie singt Schlager der zwanziger und dreißiger JahreVon Stephan Schwier
HAZ Leine-Nachrichten 12.02.2007 Lausbub wird zum EntertainerKultur 2: Juliano Rossi amüsiert GästeHEMMINGEN. Eine Mischung aus Lausbubencharme und Entertainment à la Frank Sinatra haben am Sonnabendabend rund 100 Zuschauer im ausverkauften Kulturzentrum bauhof erlebt. Der gebürtige Rethener Oliver Perau alias Juliano Rossi servierte dem Publikum eine Auswahl an Swingklassikern wie „The Lady is a Tramp“ von Frank Sinatra, „I Wake up Crying“ oder „This Guy is in Love with You“ des Komponisten Burt Bacharach. Begleitet wurde er dabei vom Pianisten Achim Kück, der unter anderem auch mit Peter Petrel, Ron Williams und dem Latinjazzgeiger Hajo Hoffmann spielt.Auch zwischen den Stücken bewies Rossi Entertainer-Qualitäten. Mit charmanter Frechheit sinnierte er über die seiner Ansicht nach verblühende Schönheit seines Geburtsortes, erzählte, wie er als Sechsjähriger angesichts eines Fernsehauftritts Frank Sinatras beschloss, später Raucher zu werden, und amüsierte mit spontanen Tanzeinlagen und Gesten.Am Ende blieb in den Herzen mancher Zuschauer das faszinierend unklare Gefühl, ob sie gerade einem großen Entertainer oder einem stimmgewaltigen Lausbuben aus der Nachbarkommune gelauscht hatten. Reizvoll. zo
HAZ-Leine-Nachrichten 29.01.2007: Latinjazz geht den Zuhörern in die FüßeJazzgeiger Hajo Hoffmann fasziniert Publikum im ausverkauften Kulturzentrum bauhofVON PETRA ZOTTL | |||||
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